The White Stripes - De Stijl - Cover
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The White Stripes De Stijl


  • Label: XL Recordings
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Jack und Meg sind zurück! Nach einem der wohl sympathischsten und am schlechtesten aufgenommenen Debüts der letzten Jahre (zugegeben, Letzteres ist ein wenig übertrieben) sind die weißen Streifen nach einem guten Jahr wieder da, um Folk und diverse Coversongs in Form von bluesgesteuertem LoFi-Rock unters Volk zu bringen. Die Vorraussetzungen sind eigentlich ziemlich gut. Immer mehr Geheimnisse ranken sich um das (Geschwister-)Pärchen. Die Presse versucht vergebens Namensänderungen, Hochzeits- und/oder Geburtsurkunden vorweisen zu können, aber letztendlich interessiert uns doch die Musik der Whites. Der Rezensent will sich gar nicht herausnehmen etwas vorweg zu verraten, aber: Die Aufnahmen sind doch schon viel verträglicher, ohne ihren kratzigen Charme verloren zu haben. Dass „De Stijl“ eine niederländische Kunstrichtung war muss nicht mehr erwähnt werden, oder? Nun ja im Endeffekt hat der Name sowieso keinen Einfluss auf die Musik der White Stripes.

Beinahe mainstreammäßig beginnen die Stripes mit „You’re Pretty Good Looking“. Einprägsame Melodie trifft Jacks Stimme und möchte beinahe meinen, dass sei trotz der Tonqualität ein wenig zu glatt für die Stripes, aber durch die knackige Kürze des Songs passt dieser doch genau. „Hello Operator“ macht jeden bösen Hintergedanken zunichte und zeigt, wozu die Stripes in der Lage sind. Das ist Rockmusik! Das ist rau ohne gleich brutal zu sein und dank des Blues einfach nur unglaublich cool. Nahtlos dazu schließt sich „Little Bird“ an, welches aber trotzdem seine ganz eigene Melodie und seine ganz persönlichen Stärken im Aufbau aufweist (auch wenn dieser bei den Stücken der White Stripes nie vertrackt oder kompliziert ist). Jack kann aber auch ganz anders, wie er es in „Apple Blossom“ zeigt. Akustikgitarre und eine zurückhaltende Meg machen aus dem Song ein Neo-Alternativ-Romantik-Stück. Songs dieser Art machen das Album abwechslungsreich und lassen Langeweile gar nicht erst aufkeimen. „I’m Bound To Pack It Up“ ist so was wie die sehr sympathische Fortsetzung des vorigen Liedes, ganz allein mit Gitarre und Rasseln.

„De Stijl“ weist viele verschiedene Aspekte auf, ohne auch nur im Geringsten auszuufern. Zweiminütige Trash-Orgien à la „Let’s Build A Home“ oder „Jumble, Jumble“ zeichnen die beiden Amerikaner einfach aus und wenn für Abwechslung gesorgt sein soll wird zu Klavier und Akustikgitarre gegriffen („Truth Doesn’t Make A Noise“). Falls es nicht verrückt genug ist kommt noch das hervorragende „Why Can’t You Be Nicer To Me?“, welches wirklich rau ist und mit westerngeigenartigen Tönen den letzten Griesgram schmunzeln lässt. Der beweis, dass da irgendwo überall Folk drin ist, gibt dann der Schlusssong. Den Stripes ist diesmal viel eingefallen und anstatt es zu übertreiben bleiben sie geradezu strikt bei ihren Wurzeln. Die Aufnahmen machen sich, wie bereits mehrfach erwähnt, viel besser als auf dem Debüt und auch die Kürze des Albums tut gut. Sucht jemand kurzweiligen, guten (LoFi-)Rock für gute Laune? Die White Stripes haben ein neues Album herausgebracht!

Anspieltipps:

  • Hello Operator
  • Jumble, Jumble
  • Why Can’t You Be Nicer To Me?
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