The Shins - Oh, Inverted World - Cover
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The Shins Oh, Inverted World


  • Label: Sub Pop
  • Laufzeit: 34 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Hurra, hurra! Endlich mal eine Band, die mit „The” beginnt! Man dachte schon das wird nichts mehr, aber „The Shins“ erfreuen uns mit einem komplexen und mal ganz anderem Namen, um für gute Laune in großen mengen zu sorgen. Jetzt Spaß beiseite, denn was sagt der Name schon über eine Band aus (zumindest im Pop-Genre)? Auch wenn der Name bestimmt nicht der interessanteste ist, ist diese Musikgruppe wohl nicht zu unterschätzen. „The Shins“ das sind: James Mercer (Gesang/Gitarre), Jesse Sandoval (Drums), Marty Crandall (Bass) und Neal Langford (Gtarre). Eigentlich gibt es die Jungs schon seit 1992, aber unter neuem Namen und mit neuem Glanz gibt es sie erst jetzt mit ihrem „neuen“ Debüt „Oh, Inverted World“.

Selbst Kenner kennen die amerikanische Band beinahe nur von der Single „New Slang“ her. Von diversen Musikgurus aus Übersee als absoluter Knaller des Frühlingsgeadelt hat man es dann wenigstens in den Staaten schon etwas leichter. Letztendlich ist man wahrscheinlich etwas schockiert, wenn man dann den Song endlich hört. Ein knapp vierminütiger Akustikgitarrensong mit sanftem Gesang und präzise eingeschobenen, minimalistischen Soundeffekten. Im Groben und Ganzen kann man so auch die Musik der Shins beschreiben, was keinesfalls abwertend gemeint ist. „New Slang“ erinnert in gewisser Hinsicht sogar an Simon & Garfunkel, wenn auch in neurem und poppigerem Gewand.

Es überwiegt aber doch der Gedanke, dass die Songs von der Band schon 1992 aufgenommen wurden und im Nachhinein mit Keyboard- und diversen anderen Klängen bearbeitetet worden sind. Ansonsten spiegelt die Musik ein gewisses Alter in sich wider, welches den Rezensenten zu scheinbar fern liegenden Vergleichen mit Simon & Garfunkel führt. Der Opener „Caring Is Creepy“ ist ein perfektes Beispiel für die Alt-Neu-Symbiose, die sich bei Mercer, Sandoval, Crandall und Langford immer wieder feststellen lässt. Die Musik ist schlichtweg zeitlos und nicht einzuordnen, wenn da nicht die vielen Keyboardeinschübe wären, welche wie manche Stimmen sagen, schon etwas Psychedelisches haben. Nun vielleicht aber letztendlich auf eine sehr freundliche und fröhliche Art. Ist das jetzt paradox?

Die Songs von den Shins klingen trotzdem sehr verschieden. Gleich der Folgetrack lässt sich von Charakteristika her genau wie das Eröffnungsstück beschreiben und hört sich doch ganz anders an. (Akustik-)Gitarrenpop, der von seiner Harmonie lebt. Mal wird dieser Stil langsam und bedächtig eingesetzt („Weird Divide“), mal schnell und beinahe rockig („Know Your Onion!“). Der Klang dieser Band ist unverkennbar, was ihnen einerseits ein Monopol auf ihren herrlich verrückten Indiepop gibt, aber sie auch einschränkt. Vergleichen lässt sich diese Band mit so ziemlich keiner Anderen und doch spürt man, dass man diese Art von Musik (leicht abgeändert) schon seit Ewigkeiten kennt. Das es immer noch eine Spur verrückter geht zeigt sich dann mit „Your Algebra“, welches mit hypnotischen Stör- und Hintergrundgeräuschen arbeitet, während eine hypnotische Gitarre das Stück leitet. Ja DAS ist psychedelisch. Gegen Ende des Albums machen die letzten beiden Stücke den Hörer noch einmal wahnsinnig, weil man sich hundertprozentig sicher ist, dass man diese Melodien schon gehört hat. Es heißt wohl nicht umsonst: Das Talent leiht, das Genie klaut.

Die Shins haben ein interessantes Stück Musik in die Plattenläden geworfen, welches man entweder einfach so anhören kann oder versucht seine Facetten zu erkennen. Ein geistloses Werk ist dies ganz bestimmt nicht, wenn auch wiederum nicht der große Bringer als der es so gern dargstellt wird. Was es nun genau ist, ist nicht auszumachen, aber die Jungs werden sich vielleicht auf ihren Folgealben auf einen eindeutigeren Pfad begeben und dann ist die Musik des Vierers auch so umwerfend, wie sie von allen jetzt schon gesehen wird.

Anspieltipps:

  • Caring Is Creepy
  • Know Your Onion!
  • New Slang
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