Under The Influence Of Giants - Under The Influence Of Giants - Cover
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Under The Influence Of Giants Under The Influence Of Giants


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

In den USA schon seit 2006 auf dem Markt, bei uns mehrfach verschoben, aber ab Anfang August 2007 endlich offiziell in den Plattenläden: Das Debüt des kalifornischen Quartetts Under The Influence Of Giants. Das sind vier Mittzwanziger, die ein für ihre Altersgruppe total untypischen Album vorlegen, das sich stilistisch von Rock, Funk, Pop, R&B und Soul aus locker 25 Jahren Musikgeschichte ernährt.

Tatsächlich scheint die Zeit bei Aaron Bruno (Gesang, Texte), Drew Stewart (Gitarre), David Amezcula (Bass) und Jamin Wilcox (Drums, Keyboards) irgendwie stehen geblieben zu sein, wenn man sie so auf dem Cover ihres Albums in schrill-bunten 60er/70er-Jahre-Outfits bestaunen darf. Ist das nun cool, der kommende Modetrend oder einfach nur Geschmacksverirrung? Schwer zu sagen. Es gibt aber eine Menge Aufschlüsse über die musikalischen Vorlieben, die in den elf Songs des selbstbetitelten Longplaydebüts (es existiert auch noch eine 5-Track-EP) bis zur Perfektion verarbeitet werden.

So scheuen sich die Vier nicht davor, mit leicht grenzwertigem Falsettgesang zu arbeiten („Stay logical“) – das trauen sich heutzutage nur noch Prince und Adam Levine von Maroon 5 –, fette Bläserriffs im Stil von Earth, Wind & Fire einzusetzen („Against all odds“) und tanzbare Grooves aus der Seventies-Disco zu verbraten, bei denen der gute John Travolta einen mit der E-Gitarre rübergezogen bekommt („In the clouds“). Selbst postmoderne HipHop-/Electro-Beats haben sich zum Schluss auf das Album geschlichen („Meaningless love“). Dabei steht diese Art von Innovation sonst nur einer gewissen Madonna zu.

Bei Under The Influence Of Giants gibt es kein Vertun: Wer das aktuelle Maroon-5-Album „It Won’t Be Soon Before Long“ mag, wird auch mit den Songs der vier Jungs aus Los Angeles sehr schnell warm werden. Die Rhythmen sind locker und gehen sofort in Bein, Bauch und Hirn. Der Sound hat leichte Retro-Anleihen und passt sich der jeweiligen Song-Umgebung an. Denn den Herren Musikern ist es egal, ob sie George Michael, Hall & Oates oder die Beatles zitieren – Hauptsache die Melodien und die Grooves sind eingängig und cool. Da dürfen Songs auch „I love you“ heißen und exakt danach klingen: Schmachtend, süß, verliebt, auf Wolken schwebend. Popmusik eben.

Doch wer oder was steckt dahinter, dass ein paar Jungspunde solche Klänge auf Band zaubern ohne gnadenlos zu scheitern? Da wären zum einen die Erfahrungen zu nennen, die sich die Mitglieder in anderen Bands holten, die jeweils bei Majors unter Vertrag standen, und zum anderen die Unterstützung der Ex-Blind-Melon-Musiker Brad Smith und Christopher Thorn, die das Album produzierten und von der Band als fünftes und sechstes Mitglied angesehen werden. Zusammen haben sie ein fast perfektes Pop-Album eingespielt, das trotz seines retro-artigen Sounds modern und eigenständig klingt. Das Warten hat sich tatsächlich gelohnt.

Anspieltipps:

  • I love you
  • Got nothing
  • Stay illogical
  • Heaven is full
  • Lay me down
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