The Shins - Chutes Too Narrow - Cover
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The Shins Chutes Too Narrow


  • Label: Sub Pop
  • Laufzeit: 35 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die neuen Juwelen der luftigleichten Pop-Musik sind zurück. An die drei Jahre haben sie sich Zeit gelassen und man musste sich schon fürchten, dass Mercer und Mannen ein One-Album-Wonder bleiben. Inzwischen ist Zeit in die Lande eingekehrt und auch wenn der Name dank der Übersingle „New Slang“ so schnell nicht vergessen werden dürfte, tun „The Shins“ recht daran, endlich nachzulegen. Das Konzept ist selbstverständlich immer noch dasselbe und soll auch diesmal wieder die gesamte Palette der im Menschen vorhandenen Glücksgefühle wecken. Während sich Kritiker und Fans noch untereinander streiten, ob es sich bei dieser Band um ein „60’s Revival“ oder eine DER modernen Bands ist, von denen man noch ewig sprechen wird, sollte man vielleicht einfach selbst mal reinhören.

Gleich die Eröffnung „Kissing The Lipless“ ist wieder durch und durch ein Shins-Song. So eine leichte Akustikgitarre, die diesmal allerdings verstärkt von der zweiten Gitarre unterstützt wird und das Keyboard welches bevorzugt gegen Ende der Songs seine Individualität ausspielen darf. So herrlich gekreischt wurde auch schon lange nicht mehr. Sehr gewöhnungsbedürftig für Einsteiger und trotzdem einfach nur herzerwärmend, wie Mercer mit seinem freundlichen Gesang den Hörer pausenlos zum Tanzen und Träumen einlädt. Es tummeln sich auch jede Menge Songs der Sorte „Schon mal gehört, aber irgendwie anders“ herum. Bestes Beispiel dafür sind die Folgesongs. Sei es „Mine’s Not A High Horse“, welches dieses altmodische und doch zeitlose Element des „Wellness“-Gitarrenspiels der Shins perfektioniert oder das unglaublich sympathische „So Says I“, welches man tatsächlich schon einen richtigen Rocksong nennen kann.

Das was sich hier neben dem für „The Shins“ typisch lockerem Gitarrenspiel aber aufzeigt sind kleine Countryelemente, wie man sie von Wilco kennt. „Young Pilgrims“ zeigt diese Akzente zwar sehr zurückhaltend, aber sie sind nicht zu verneinen. Mit „Saint Simon“ lentk auch ein Pendantsong zu „Caring Is Creepy“ von diesem Countrygedanken ab und verzaubert durch Streicher und die diesmal, wie bereits erwähnt, viel aktivere E-Gitarre. Eine Mundharmonika ruft aber die Worte des Rezensenten zurück, welche gegen Ende von „Fighting In A Sack“ den Stempel aufdrücken darf. Bis zum letzten Track des Albums hat man tatsächlich das Gefühl, dies sei ein Re-Release von „Being There“ oder doch gleich „Summer Teeth“. Wilco für die, die eben diese nicht mehr kennen? Es hört sich bei diesem Pop-Rock-Country doch tatsächlich so an. „Those To Come“ hört sich doch zu eindeutig nach dem ein oder anderen Tweedy-Stück an.

Eine erst sehr schön arrangierte Fortsetzung einer vielleicht noch sehr langen Erfolgsstory verwandelt sich plötzlich in einen Wilco-Klon (wenn auch in einen bestimmt nicht schlechten). So was erlebt man auch nicht jeden Tag, aber warum nicht? Schließlich verfügen auch „The Shins“ über das richtige Gespür, was Schönwetterlaunemusik angeht. Wenn man noch einmal darüber nachdenkt sind sie vielleicht Wilco ohne Schatten. Genau deshalb wäre es vielleicht ratsamer gewesen ein wenig mehr, den eigenen Weg der sich auf dem ersten Album andeutete fortzuschreiten. So kommt wegen dem selbstverständlichen Widererkennungswert „nur“ eine gute Bewertung heraus. Potenzial ist allemal da, doch es fehlt der letzte Funke, der in dem Country ein wenig untergeht.

Anspieltipps:

  • Kissing The Lipless
  • Saint Simon
  • Those To Come
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