Status Quo - In Search Of The Fourth Chord - Cover
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Status Quo In Search Of The Fourth Chord


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine neue Veröffentlichung von Status Quo in Händen zu halten, ist wie das gleiche Paar Socken jedes Jahr zu Weihnachten geschenkt zu bekommen. Man kann sie zwar brauchen, aber so richtig erfreut ist man nicht, bedeutet das schließlich, dass es sich die Person, die dahinter steckt, wieder einmal leicht gemacht hat. Dabei geht es Francis Rossi und Rick Parfitt (beide Gesang, Gitarre) gar nicht darum, es sich nicht schwer machen zu wollen und ihren seit Jahrzehnten gleich gebliebenen Sound in seinen Grundfesten zu überdenken, sondern die zwei einzigen Konstanten im Bandgefüge, des seit 1965 unter dem heutigen Namen agierenden Rock-Acts, wollen mit jeder neuen Veröffentlichung zeigen, was aus ihrem abgehangenen Klanggerüst noch alles herauszuholen ist.

Das ufert einerseits in die Verwendung einer indischen Tabla („Pennsylvania Blues tonight“), driftet in Richtung Schunkel-Pop („My little heartbreaker“) und zartbittere Rock-Ballade ab („Tongue tied“) oder bedient sich bei gefühlvollen Blues-Strukturen („Electric arena“). Der Rest fällt in die Kategorie „alles schon mal da gewesen“ und braucht eigentlich nicht näher erläutert werden, denn der Mix aus stampfendem („Gravy train“, „Figure of eight“) und gut gelaunt dargebotenem Boogie-Rock („Alright“, „I don´t wanna hurt you anymore“), dem gelegentlich ein Piano untergejubelt wird, ist seit über 40 Jahren der selbe.

Besonders stark stechen bei „In search of the fourth chord“ (übrigens eine Anspielung auf die weit verbreitete Meinung Status Quo könnten nur drei Akkorde spielen) aber seltsamerweise nicht die anders klingenden Songs hervor, da sie mehr eine zweckmäßige Aufgabe erfüllen und die besteht darin, in die altbekannten Songs im unvergleichlichen Stil doch hin und wieder ein neues Gewürz einzustreuen, um die Platte etwas aufzulockern und nicht in ein strikt befolgtes Schema pressen zu können. Trotzdem will man aufgrund solch blutleerer, vor sich hin trottender Stücke wie „You´re the one for me“ (gerade einmal das sich durch den Song ziehende Anfangsriff ist interessant) oder „Bad news“ mit der Platte nicht richtig warm werden, selbst wenn man schon vier oder mehr Alben der Briten zuhause im Schrank stehen hat. „Wir gehören einfach zusammen, denn unseren Sound kriegen wir nur zu zweit hin“ erklären Rossi und Parfitt. Vielleicht sollten sie trotzdem auch mal über eine grundlegende Frischzellenkur nachdenken.

Anspieltipps:

  • Gravy Train
  • Electric Arena
  • Pennsylvania Blues Tonight
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