Jonathan Inc. - Things Done And Left Undone - Cover
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Jonathan Inc. Things Done And Left Undone


  • Label: Arctic Rodeo Recordings
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus Vancouver in Kanada beglücken uns Jonathan Inc. mit ihrem vierten, erstmals offiziell in Deutschland erhältlichem Release „Things Left And Left Undone“ (erschien ursprünglich schon im Januar 2004), dem Nachfolger von „Transient“ (1998), „Waiting For Morning” (2000) und der EP „Halfway To A Better Place” (2003). 14 Monate haben sich Jonathan Anderson (Gitarre, Gesang), Michelle Grunert (Moog, Wurlitzer), Jon Brotherton (Bass) und Glenn D’Cruze (Drums) für die Arbeit an den neun Songs, die es schlussendlich auf das Album geschafft haben, Zeit gelassen. Zeit, die sich auch der Hörer nehmen sollte, um die zerbrechlichen Alternative-Indie-Folk-Kleinode der vier Kanadier zu entdecken.

„Things Left And Left Undone“ ist eine Platte, auf der in Wort und Ton gelitten wird. Deshalb wird es auch nie richtig laut, selbst wenn der Band Rock-Einflüsse nicht fremd sind. Die Basis ihres Sounds ist aber woanders zu suchen. Und da ein ganz bestimmter Name im Info-Schreiben des Labels Erwähnung findet, nehmen wir diese Steilvorlage an dieser Stelle gerne auf. Denn Jonathan Inc. klingen auf ihrem aktuellen Output wie eine Americana-Variante von Coldplay, die zudem bei den frühen Songs eines Neil Young ganz genau hingehört hat. Der wesentliche Unterschied im Vergleich zu den BritPoppern von Coldplay liegt in der erheblich bodenständigeren Selfmade-Produktion und dem Fehlen pathosgeschwängerter Mega-Melodien™, die den Hörer wie ein irrer Pitbull im Stadtpark anfallen.

Die Melodien muss man sich aus den melancholischen Kompositionen schon schön selbst herausschälen (z.B. mit Kopfhörern) – und dann sind sie da, diese kleinen Diamanten wie „Lights go down“, „Relentless“, „Never tell“, „Unbroken silence“ und „There is no sound“, die mit betörend schönen Harmonien aus den Boxen perlen und den Hörer längstens nach dem dritten Durchlauf für sich gefangen nehmen. Spätestens dann weiß man auch, warum das kleine Label Arctic Rodeo Recordings dafür gesorgt hat, dieses Album über drei Jahre nach der Veröffentlichung in Nordamerika in Deutschland auf den Markt zu bringen. Vielen Dank, so muss es sein!

Anspieltipps:

  • One year
  • Bitter seed
  • Unbroken silence
  • There is no sound
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