Kaipa - Angling Feelings - Cover
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Kaipa Angling Feelings


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 64 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Als ich neue Songs zu schreiben begann, fürchtete ich ein kreatives Loch, doch dann war es, als lichtete sich der Nebel, und in weniger als drei Monaten waren die meisten Stücke unter Dach und Fach. Ich hatte der Musik quasi erlaubt eigene Wege zu gehen, auch mal unerwartete Richtungen einzuschlagen oder einfach nur simpel zu sein an Stellen, wo das angebracht war. Ich wollte progressive Musik schreiben, aber nicht unbedingt im traditionellen Sinn. Das Ergebnis lässt sich wohl am besten als Progressive-Fusion-Folkrock beschreiben“ – Hans Lundin (Gesang, Keyboard) zieht seine Bilanz aus dem Ausstieg von Langzeitweggefährte Roine Stolt und liefert mit „Angling feelings“ ein mehr als zwiespältiges Album ab, denn obwohl die Mischung aus 70er-Jahre-Prog und gelegentlich süßlichen, poplastigen Melodien keine schlechte ist, so gibt es auf dem neuen Werk Kaipas einige Kritikpunkte, die das Hörvergnügen erheblich trüben.

Zwar beginnt die Scheibe mit dem Titelstück und dem anschließenden „The glorious silence within“ noch sehr altbekannt, wenn auch tadellos und mitreißend gespielt, doch bereits „The fleeting existence of time“ schlägt mit seinen 12½ Minuten erst ab der Hälfte hörenswert zu Buche, denn vorher darf sich Aleena Gibson als Quälgeist mit dünner Stimme austoben und kreischt in nervtötender Manier ihren Text. Leider beansprucht sie auf dem Rest der Platte immer mehr Platz und zerstört dadurch so manche Stimmung. Zudem gesellt sich in den Tracks „Pulsation“, „Liquid holes in the sky“ und „Solitary pathway“ ein hartnäckiger Pop-Einfluss hinzu, der die subtile, progressive Ausrichtung im Keim erstickt, während „Broken chords“ überhaupt in langweiligen, geradlinigen Sphären herumschwirrt und das Gefühl aufkommen lässt, man würde sich aufgrund der Texte auf einem spirituellen Seminar befinden, woran die flächig ausgebreiteten Keyboard- und Synthieflächen in „Path of humbleness“ nichts an diesem Eindruck ändern.

Außerdem wirkt der Track durch die trockene, stringente Darbietung von Drummer Morgan Agren ermüdend und auflockernde Strukturen werden vergeblich gesucht. Erst wieder „Where´s the captain“ fängt als vielversprechendes Instrumental an, wird in einen vokalen Teil übergeleitet und schwingt sich in den letzten Atemzügen zu einem furiosen Finale hin auf, bleibt durch den abrupten Schluss jedoch skizzenhaft. „We are just passengers on this ship of life“ heißt es dann im Schlusstrack „This ship of life“ und schwelgerische Gitarren suhlen sich in melancholischer Atmosphäre, während der Hörer nicht weiß ob er lächeln oder unbefriedigt „Angling feelings“ wieder aus dem Abspielgerät entfernen soll. Die Tendenz zeigt leider in letztere Richtung.

Anspieltipps:

  • Where´s The Captain
  • The Glorious Silence Within
  • The Fleeting Existence Of Time
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