Erasure - Light At The End Of The World - Cover
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Erasure Light At The End Of The World


  • Label: Mute/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Gelungene Sounds und Arrangements, bei denen zugunsten der Party-Attitüde die großen Gefühle und somit die lang anhaltende Faszination ins Hintertreffen geraten.

Dass sich Andy Bell und Vince Clarke samt Produzent Gareth Jones (Depeche Mode, Wire, Nick Cave) für sechs Wochen in die Wälder von Maine (USA) begeben haben, um in einem Landhaus das neue Erasure-Album „Light At The End Of The World” mit modernster Technik und gehörig Dance-Appeal aufzunehmen, kann einerseits mit der ländlichen Atmosphäre des Akustik-Albums „Union Street” (2006) zu tun haben oder einfach durch Vince Clarks neue Heimat USA begründet sein. Man weiß es nicht und will es vielleicht auch gar nicht wissen, wenn man das einen deutlichen Schritt zu flauschig anmutende Artwork von „Light At The End Of The World” mit leichtem Schrecken betrachtet.

Doch es heißt ja nicht ohne Grund „Don´t judge a book by its cover” und das mag auch für Tonträger gelten. Im Falle des englischen Erfolgs-Duos trifft es glücklicherweise zu und so gibt es neben vielen klassischen Synth-Pop-Elementen, die Erasure seit mehr als 20 Jahren im Pop-Geschäft gefühlvoll in Szene setzen auch einen bereits vom Andy Bells Solodebüt bekannten Dance-Anteil, der die von Erasure selbst benannte „Mid-Tempo Krise“ schwungvoll beendet.

Euphorische Synthie-Klänge eröffnen das Album standesgemäß positiv und werden von einem eingängigen Beat abgelöst, der zusammen mit Andys Gesang einen typischen Erasure-Song ergibt, bei dem der Refrain sofort ins Ohr geht und die Melodien wie gewohnt naiv jeden grauen Morgen retten. Die Fans freuen sich darüber und können sicher sein, dass sich Erasure amtlich zurückmelden, obwohl so mancher schwer an „Sucker For Love“ zu knabbern haben dürfte. Nervös kommen gar Acid-Sounds zum Einsatz und machen einen psychedelischen Dance-Track daraus, dem man in jeder Sekunde den Spaß anmerkt, doch recht unpersönlich eher in einer Großraum-Disko zu Hause ist als im lieblich charmanten Erasure-Kosmos.

Das bleibt jedoch die einzige zwiespältige Angelegenheit auf „Light At The End Of The World“, denn bereits das folgende „Storm In A Teacup“ holt zur einprägsamen Hymne aus, die der Kenner vom Duo erwartet. Andy Bell ist großartig bei Stimme und harmoniert schmachtend mit Clarkes treibenden Beats und unverkennbaren Hooklines. Insgesamt geht das Konzept, wieder schneller zu Werke zu gehen, auf und bleibt dem bisherigen Schaffen dennoch treu. Erasure-Fans werden es wie jedes andere Album aufsaugen, auch wenn hier doch ein wenig zu sehr auf jugendliche Leichtigkeit geschielt wird. Das macht es den Songs schwer, die innige Stimmung an den Hörer weiter zu geben und so vernimmt man zwar überaus gelungene Sounds und Arrangements, bei denen zugunsten der Party-Attitüde die großen Gefühle und somit die lang anhaltende Faszination ins Hintertreffen geraten.

Anspieltipps:

  • I Could Fall In Love With You
  • Storm In A Teacup
  • How My Eyes Adore You
  • Glass Angel
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