Elin - Girl Talk - Cover
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Elin Girl Talk


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Christina Klein und Liza Wilke haben vorgemacht wie perfekt durchproduzierter Teenie-Pop nicht klingen sollte. Aggressive Texte und ein Image als durchgeknallte Rockgöre machten zwar LaFee als auch (in bescheidenen Ausmaßen) Liza Li bekannt, doch unbeholfene Texte über sich selbst („Ich bin Liza Li, weil ich nun mal so heiße / Manchmal bin ich nett und manchmal bin ich scheiße“) oder erbitterte Rivalinnen („Und du nimmst ihn mir weg / Du kleines Stückchen Dreck / Du Schlampe bist so link / Dass es bis zur Hölle stinkt“) sind nicht nur effekthaschend, letztklassig und billig, sondern auch keineswegs der richtige Umgang für die angestrebte Zielgruppe zwischen 10 und 14.

Die 13jährige Elin schlägt jedoch eine ganz andere Richtung ein. Nicht nur, dass sie auf Englisch singt, auch die Texte sind alles andere als provokativ, sondern sprechen mit unaufgeregtem Pop unterlegt, den Mädels, die sich gerade in die ersten Burschen verschaut haben, aus der Seele. Das gibt zwar einige Abzüge auf der musikalischen Seite, denn Produzent Peter Ries (N´Sync, No Angels, Beyonce) hat es leider verabsäumt der Platte den richtigen Kick zu geben, den sie verdient hätte, dafür holt das aus dem Norden Deutschlands stammende Mädel mit ihrer Stimme die Kohlen selber aus dem Feuer, die wesentlich besser und kräftiger ist als die ihrer unmittelbaren Konkurrentinnen.

Wenigstens wurde auf „Girl talk“ auf lästige Balladen verzichtet, obwohl gelegentliche Tendenzen zu kitschigen Pianosongs des einen oder anderen Pop-Girlies auszumachen sind („Fly on your wall“, „Colors“, „Moving forward“), obwohl Elin gerade diese Stücke mit einer Hingabe präsentiert, dass sie zu den besten des Albums gehören. Ansonsten rockt die 13jährige in gemäßigtem Ausmaß als deutsche Avril Lavigne zu „Let go“-Zeiten (09/2002) und sorgt für genügend Ohrwürmer um neben dem Radio-Einheitsbrei bestehen zu können, wofür erfahrene Songwriter wie Steve Lee (Britney Spears, Cher, Lionel Ritchie, Enrique Iglesias) oder Winston Sela (No Angels, Maxi Priest) verpflichtet wurden. Das macht unterm Strich eine gelungene Pop-Platte in Reinkultur, bei der lediglich die Produktion zu zurückhaltend ausgefallen ist.

Anspieltipps:

  • Colors
  • You Think
  • Fly On Your Wall
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