Rihanna - Good Girl Gone Bad - Cover
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Rihanna Good Girl Gone Bad


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Good Girl Gone Bad“ bietet nichts, für das auch nur ansatzweise das Portemonnaie geschröpft werden sollte.

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Das dürfte sich Shawn Carter alias Jay-Z bei seiner R&B-Barbie Rihanna auch gedacht haben und jagt deswegen ein halbes Jahr nach dem Debüt „Music of the sun“ (09/2005) „A girl like me“ (04/2006) hinterher, auf das nun „Good girl gone bad“ folgt, das, darf man den Ankündigungen im Vorfeld Glauben schenken, die 19-Jährige wesentlich „sexier und kribbeliger“ gestalten will. „Ich habe meine Mauern eingerissen, ich habe zu mir selbst gefunden. Ich singe jetzt über viele Dinge die richtig sexy sind, gehe mehr Risiken ein“ heißt es von ihrer Seite. Wird allerdings die erste Singleauskoppelung „Umbrella“, die sie gemeinsam mit ihrem Mentor Jay-Z bestreitet, eingeworfen, könnte einem bei Textzeilen wie „You can stand under my umbrella / Ella ella eh eh eh / Under my umbrella / Ella ella eh eh / Under my umbrella / Ella ella eh eh eh eh eh eh“ vorher schlecht werden, als dass auch nur ein Gedanke an Sex verschwendet oder wohliges Kribbeln verspürt wird.

Zwar setzte ihr Zweitling doppelt so viele Einheiten ab wie ihr Debüt (nämlich ca. vier Millionen), dafür verhielt er sich, was die Musik betrifft, dazu gegensätzlich und reihte einen uninspirierten Track an den nächsten, welche sich gerade einmal durch die makellose Produktion ein paar Pluspunkte verdienten. Mit dem nunmehr dritten Werk wechselt Rihanna jedoch ihre stilistische Schublade und präsentiert sich als flotte R&B-Dancequeen, der kein Bass zu fett und kein Sample zu ausgelutscht scheint. Reggae? Fehlanzeige! Wummernde Beats und tanzbare Rhythmen sind das Credo von „Good girl gone bad”. Angefangen beim Billig-Techno in „Don´t stop the music“ über geliehene Timbaland-Tunes in „Breakin´ dishes“, „Sell me candy“ oder „Lemme get that“, lächerlichem Songgut wie „Shut up and drive“, bis hin zu den obligatorischen, mal vor Kitsch triefenden („Hate that I love you“, gemeinsam mit Ne-Yo), dann wieder mit pseudo-kritischen Texten versetzten Balladen namens „Rehab“.

„Good girl gone bad“ bietet nichts, für das auch nur ansatzweise das Portemonnaie geschröpft werden sollte. Selbst wenn es Fräulein Fenty (so ihr bürgerlicher Nachname) ruhiger mit subtilen R&B-Beats angehen lässt wie in „Say it“, „Question exisiting“ oder dem Titeltrack, mit den Vorgängern war man wesentlich besser bedient, offenbaren diese Stücke schließlich nicht mehr als einen lauwarmen Aufguss von bereits Bekanntem. Und auf sensationelle Reime der Marke „He steady with the flock of em oh yeah / Got a girl left home but he don’t care” kann man getrost verzichten.

Anspieltipps:

  • Breakin´ Dishes
  • Hate That I Love You
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