Jan Delay - Mercedes-Dance: Live - Cover
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Jan Delay Mercedes-Dance: Live


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Mercedes-Dance: Live“ ist ohne Frage eine in sich stimmige und überzeugende Wiedergabe eines tollen Live-Erlebnisses.

Im Jahre 1998 gelingt den Absoluten Beginnern mit ihrer „Bambule” der längst fällige Durchbruch. Die Hamburger HipHopper prägen zu dieser Zeit, zusammen mit Bands wie den Fantastischen Vier oder Fünf Sterne Deluxe den deutschen Sprechgesang fernab vom heutzutage nervenden, wie auch aufgeblasenen Ghettogehabe inklusiver seiner peinlicher Pseudogangsterattitüde. Bereits 2001 veröffentlicht der zusammen mit Denjo für die Mikrofonarbeit bei den Beginnern zuständige Jan Eißfeld aka Jan Delay sein erstes, sich in Reggaegefilden austobende Soloalbum. „Searching For The Jan Soul Rebels” heißt das mit der Sam Ragga Band aufgenommene Werk, das von Kritikern wie auch Fans hochgelobt, unterschiedlichste Musikstile vermischt und Hits wie „Irgendwo, Irgendwie, Irgendwann” und „Ich möchte nicht dass Ihr meine Lieder singt” hervorbringt.

Fünf Jahre Später folgt der zweite Streich. „Mercedes-Dance” heißt das gute Stück, das in Zusammenarbeit mit Jans neuer Band Disko No.1 entsteht und in starkem Kontrast zu seinem Erstlingswerk steht. Im Intro erklärt Jan Delay: „Reggae ist tot, jetzt ist Funk dran. Jazz und Funk sind demnach die neuen Kinder des Beginners und es vollzieht sich auch eine Abkehr von den sozial- und politkritischen Texten des Debüts, hinzu partytauglicher Musik die einfach nur Spaß machen soll. Ein Jahr später steht nun der Live-Mittschnitt der diesjährigen „Mercedes-Dance“-Tour von Jan Delay & Disko No.1 im Plattenregal.

Aufgenommen wurden die Live-Songs bei Konzerten in Zürich, Mannheim und Köln im Februar und März dieses Jahres. Und das klingt so: Das Bo hatte 2000 mit „Türlich, türlich” einen Riesenhit und wenn Jan Delay und Band diesen im neuen „Word up”-Gewand vortragen, bleibt kein Tanzbein im Trockenen. „Klar” verdient sich durch die stimmlich voluminösen Backgroundsängerinnen noch eine Spur mehr Respekt, wie die bereits eingängige und tolle Studioversion und auch „Kartoffel” überzeugt durch den bekannten Groove und einen wahnsinnig lockeren Beat. Das Publikum dreht phasenweise im positiven Sinne durch. Und diese ausgelassene Stimmung wird durch die sehr guten Mitschnitte der Live-Gigs auch sehr authentisch in die gute Stube transportiert.

„Feuer” klingt dann jedoch zu sehr nach Albumversion, ohne dabei aber von seinem immens treibenden Beat einzubüssen. Bei „Im Arsch” erfreut dann, wie schon auf der „Mercedes-Dance”, die geniale Kollaboration von Jan und dem König der Schlabberhüte Udo Lindenberg. „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann” hat sich ja schon bereits Kultstatus erarbeitet und auch die Live-Version des Songs schlägt das eigentliche Original von Nena um Längen. Der Sound ist fett, die Boxen dröhnen und der Bass fährt durch Haut und Haar. Jan und seine Band explodieren fast vor funkiger Energie und das Publikum wird zeitweise in extatische Zustände versetzt. Aber wie das nun mal so ist mit Live-CDs. Über die Notwenigkeit eben solcher scheiden sich die musikalischen Geister.

„Mercedes-Dance: Live“ ist ohne Frage eine in sich stimmige und überzeugende Wiedergabe eines tollen Live-Erlebnisses. Aber wahrscheinlich ergiebiger für diejenigen, die bereits ein Konzert von Jan und Disko No.1 miterlebt haben und sich noch einmal die erlebte Stimmung ins Haus holen und sich an vergangene schweißtreibenden Momente erinnern möchten.

Anspieltipps:

  • Klar
  • Türlich, türlich
  • Im Arsch
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