Jenny Owen Youngs - Batten The Hatches - Cover
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Jenny Owen Youngs Batten The Hatches


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Egal ob nun BritPop, Nu-Metal oder Crossover die Independent-Musiklandschaften beackerten und wie oft der nächste große Hype kurze Zeit später wieder begraben werden musste: Folk und das Singer/Songwriter-Umfeld ist seit Jahrzehnten im Rennen, wenn auch in den letzten Jahren etwas offensiver als bisher. Immer wieder erreichen Perlen der Songschreiber-Kunst mit leisen, ehrlichen Tönen die Bestenlisten der Musikmagazine. Was dem Debüt-Album der Amerikanerin Jenny Owen Youngs bevorsteht, ist derzeit nur zu erahnen. Doch „Batten The Hatches“ hat genug Spirit und hält innige Liebkosungen bereit, die so gar nicht lieb gemeint sind. Viel mehr sind es Abrechnungen mit dem Leben und allen voran, der Liebe. Eine Kollektion von „un-love“-Songs, wie es das Presseinfo beschreibt, denen die direkten Texte und die manchmal rohen Arrangements äußerst gut stehen und ein bescheidenes Folk-Pop-Album gelenk ins Ziel leiten.

Zusammen mit ihrem musikalischen Partner und Produzenten Dan Romer sowie Gastmusikern hat Jenny Owen Youngs ein starkes Debüt vorgelegt, welches den ersten Hördurchlauf genauso gut meistert, wie die zahlreich folgenden Entdeckungsreisen durch ein vereinnahmendes Dickicht aus Gitarren, Banjos, Streichern, Bläsern und der wandelbaren Stimme Youngs´. Vor allem die Produktion lässt kein Auge trocken und macht einfach alles richtig, in dem reduziert veredelt wurde, ohne den leidenschaftlichen Harmonien die Authentizität zu nehmen. „F**k Was I“ ist der erste Höhepunkt, denn den lieblichen Folk-Impressionen aus Violine und tollen Percussions setzt Jenny textlich eine wohlgeformte, doch nicht wirklich harmlose Abrechnung entgegen: „Love tears me up like a demon, opens the wounds and then fills them with lead, and I´m having some trouble just breathing – if we weren´t such good friends I think I´d hate you.“

Neben leichten Eroberungen in Sachen Folk-Erhabenheit mit ordentlichem Pop-Appeal schlagen Titel wie „Lightning Rod“ in eine dunklere, introvertierte Kerbe, die sich einem erst erschließen muss, im Endeffekt aber lang anhaltend für große Freude im Folk-geprüften Ohr sorgt. „Voice On Tape“ verbindet diese beiden Elemente aus Pop und leisemalerischen Improvisationen am besten und sorgt mit einem liebkosenden Refrain für eine wahre Herzensangelegenheit, an der man mit einer Schwäche für das Genre nicht vorbeikommt. An manchen Stellen versagt die intensive Ausstrahlung leider etwas und so ist „Drinking Song“ dem Titel entsprechend ein feuchtfröhliches Unterfangen, bei dem man aufgrund des lieblosen Refrains zum Anti-Alkoholiker mutieren möchte. Es ist eben nicht alles großartig, was uns Jenny Owen Youngs auf „Batten The Hatches“ präsentiert, doch schon verdammt gut und allemal eine ausgiebige Beschäftigung wert.

Anspieltipps:

  • F**k Was I
  • Voice On Tape
  • Woodcut
  • Keys Out Lights On
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