R. Kelly - Double Up - Cover
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R. Kelly Double Up


  • Label: Zomba/SonyBMG
  • Laufzeit: 77 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„The champ is back“ rufen R. Kelly und Swizz Beatz in dem Opener zu „Double Up“, dem neusten Longplayer aus dem Hause des 40-jährigen Sängers, Songwriters und Produzenten. Etwas aufgeblasen, wie Kells ehemaliges „World’s Greatest“, wirkt hier die Kreation des anscheinend unangefochtenen König des R&B. Doch so ganz Unrecht hat der gute Mann ja auch nicht. Der vielfache Grammy-Gewinner wird seit Beginn seiner Karriere von Frauen vergöttert und von Homies verehrt. Er ist Schaffer von unzähligen Gänsehaut-Feeling-Balladen, Player Anthems und großen Songs, wie „The Storm Is Over“. Auch für seinen neuen Longplayer hat sich der fleißige Herr in sein berühmtes „Chocolate Factory“-Studio zurückgezogen, Beats gebastelt, mehr oder weniger prägende Vocals aufgenommen und Gäste eingeladen, die nur schwer zu überbieten sind.

Mit dabei sind unter anderem Nelly, Chamillionaire, Snoop Dogg, T.I., T-Pain, Usher, Huey, Ludacris, Keyshia Cole, Polow Da Don und Kid Rock. Das, was direkt auffällt, bestätigt Mr. Kelly auch sogleich: „Für mich sind Rap und R&B wie zwei Hände, die sich gegenseitig halten. „Double Up“ besteht in etwa aus 70% HipHop.“ Das ist für die hungrigen Balladensucher zwar leider unbefriedigend, doch ein reines R&B-Album hätte man sowieso als langweilig bezeichnet. Deshalb macht Kelly einfach das, was er am Besten kann: nämlich in seinem einzigartigen Rap/Gesangs-Stil die Stimmung einheizen und neben bouncenden HipHop-Nummern, auch R&B-Balladen platzieren und sich sogar bis in das Gerne Rock vorzutrauen. Ladies and Gentlemen, Sie hören R. Kelly in Bestform.

Zwar gibt es keine großen Klassiker, wie das damalige „The Storm Is Over“, doch Kells begibt sich wenigstens mit dem nach Zusammenhalt-lechzenden Track „Rise Up“ in die genannte Richtung. Hier wird dem Zuhörer am Ende des HipHop-lastigen Albums ein ergreifender Chor-Refrain geboten und leitet in den anschließenden Bonustrack ein. Zu Beginn chillt Kelly mit Snoop Dogg auf dem Titelsong „Double Up“ und involviert anschließend Rapper Nelly in „Tryin’ To Get A Number“ in einen bahnbrechenden Mix aus R&B-Vocals und Raplyrics.

Auch Chamillionaire kommt die Ehre zu Teil sich mit Mr. „Sex-Sells“ R.Kelly auf einem Song zu verewigen. Das einzige Laster von Cham: er kollaboriert häufig auf Songs, die sich sehr mit seinem Erfolgshit „Ridin“ ähneln. Auch in „Get Dirty“ verfolgt ihn dieser Fluch, wobei Kelly mit dem späteren „Rollin’“ noch einen oben drauf setzt. Ein weiterer HipHop-Song ist neben der ersten Single und der Player Anthem „I’m A Flirt“ zusammen mit T.I. und T-Pain, die übrigens ausnahmsweise nicht von R.Kelly produziert wurde, „Hook It Up“ featuring Newcomer Huey.

In ganz neue Gewässer begibt sich Kells hingegen mit den rockigen Nummern „Rollin“ und „Rockstar“. Letzteres watet mit einer atemberaubenden Kollaboration mit Ludacris und Rap-Rocker Kid Rock auf, was mal wieder zeigt, wie vielseitig R. Kellys Musik doch eigentlich sein kann. Zuckersüße R&B-Songs fehlen natürlich auch nicht auf „Double Up“, denn was wäre eine R.-Kelly-Platte ohne einen sexy Track. Dieser findet sich zum Beispiel in dem wunderschönen Duett „Same Girl“ mit Soul-Schnuckel Usher, dem herausragenden „Real Talk“, indem Kelly mit einer sehr aggressiven Stimme singt, oder auch das persönliche und liebevolle „Havin’ A Baby“. Reggae-Feeling gibt es ebenfalls auf die Ohren und zwar mit dem atemberaubenden „Freaky In The Club“, das man ohne Umschweife „100% R. Kelly“ nennen kann.

Kells überzeugt mit einer Vielzahl von Ohrwurm-Tracks und bietet mit HipHop, R&B und Rock eine große Musikmischung, wie man es von ihm gewohnt ist. Bei einer Titelwahl wie „Sex Planet“ kann man als potenzieller Käufer auch ganz sicher sein, das man die Musik bekommt, die man von R. Kelly erwartet – nämlich Sex, Drugs and Rock’n’Roll.

Anspieltipps

  • Freaky In The Club
  • I’m A Flirt
  • Same Girl
  • Real Talk
  • Rise Up
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