Caliban - The Awakening - Cover
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Caliban The Awakening


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Caliban stellen sind nach wie vor die größte deutsche Institution in Sachen Metalcore, auch wenn das letzte Album „The Undying Darkness“ teilweise recht heftig für seine Unausgegorenheit kritisiert wurde. Für viele Fans waren die Refrains einfach zu kitschig und die Riffs zu langweilig geworden. Diese Vorwürfe hat sich die Band offensichtlich zu Herzen genommen und in unter einem Jahr den Nachfolger „The Awakening“ eingespielt. Passend zum Titel scheint bei den Herren Musikern auch wieder die Lust zur neuen, gesunden Härte erwacht zu sein, die melodiösen Elemente werden aber trotzdem nicht unter den Tisch fallen gelassen.

„I Will Never Let You Down“ geht sofort recht deftig mit einem fetten Gitarrenriff und einem waghalsig schnellen Doublebass-Gewitter los. Der Refrain wird zwar von Gitarrist Denis clean gesungen, doch stimmt diesmal einfach das Verhältnis von melodischen Passagen und Shouter Andys Gerüplse, das im direkten Vergleich sogar noch eine Ecke aggressiver rüberkommt als auf älteren Alben. Noch rauer ist das folgende „Let Go“, das gänzlich ohne Melodie auskommt und ab Minute zwei zu einer derben Mosh-Nummer mutiert. Die dritte Nummer „Another Cold Day“ lässt zwar die Matte nicht so heftig rotieren wie bei den Vorgängern, ist aber trotzdem bärenstark.

Die Hymne „My Time Has Come“ wird sich wohl ganz sicher in kürzester Zeit zu einem Favorit der Fans entwickeln, wird hier doch wieder perfekt Härte mit Eingängigkeit kombiniert. Der ruhige Part gegen Ende bietet auch eine willkommene Gelegenheit sich etwas zu erholen. Mit den folgenden Songs schaffen es Caliban unglaublicherweise das hohe Niveau zu halten. Bei „Give Me A Reason“ geben sich die Killerriffs geradezu die Klinke in die Hand, „Stop Running“ überzeugt mit einem Ohrwurm-Refrain, der ironischerweise nicht von Denis, sondern von Andy eingegröhlt wurde.

Der Titeltrack des Albums ist sicher der ruhigste, fast gänzlich wird er von einer ruhigen Keyboard-Melodie bestimmt, die ein wenig wie die pathetische Version der Halloween-Theme klingt. Der aggressive Ausbruch nach gut zwei Minuten ist dann ebenso heftig wie er kurz. Bei „I Believe“ und dem Auf-die-Fresse-Track „Rise And Fight“ bestimmen dann aber wieder komplett die Stromgitarren das Bild. Einzig gegen Ende geht Caliban ein wenig die Luft aus, die letzten beiden Tracks darf man getrost als die schwächsten bezeichnen.

Trotzdem haben die fünf Jungs aus dem Ruhrpott viele der Kritikpunkte der vorigen Alben wieder wettgemacht. Wenn sie auf diesem Niveau weitermachen, dann können sich Killswitch Engage und Shadows Fall warm anziehen. Mit Roadrunner steht ja auf jeden Fall ein zugkräftiger Partner auch für Übersee zur Verfügung.

Anspieltipps:

  • I Will Never Let You Down
  • My Time Has Come
  • Stop Running
  • The Awakening
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