The Pigeon Detectives - Wait For Me - Cover
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The Pigeon Detectives Wait For Me


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Fahrwasser, des für die meisten erfolgreichen Inselbands ja nicht allzu untypischen Hypes, bewegen sich die Pigeon Detectives relativ sicher.

Pimp My BritPop: „We’ve Always Wanted To Be As Big As The Beatles” tönt Oli Main, seinerseits Leadgitarrist und Chefsongwriter des musizierenden Fünfers aus dem englischen Leeds. Und an Selbstbewusstsein fehlt es den Jungs nun wirklich nicht. Die NME Charts wurden bereits gestürmt und Zigtausend (meist junge weibliche) Fans schreien sich bei Live-Konzerten die Push-Up-BH’s vom Leib. „Wait For Me” lautet das Debüt der fünf Möchtegern Fab Five, die bereits mit altbekannten Größen wie den Dirty Pretty Things und Razorlight tourten. Und auch ihr Premierenalbum ist unüberhörbar in poprockiger Attitüde gebadet und mit knallig bunten Melodien und wippenden Basslines dekoriert. Was fehlt ist Originalität.

Im Fahrwasser, des für die meisten erfolgreichen Inselbands ja nicht allzu untypischen Hypes, bewegen sich die Pigeon Detectives relativ sicher und bereits der Opener „Romantic Type” lässt einen rockigen Melodiereigen á la Mando Diao vom Stapel. Beim lässigen „I Found Out” darf dann das obligatorische Klatschgeräusch nicht fehlen und mit „Don’t Know How To Say Goodbye” kommen auch alle eingefleischten Powerpopfreunde auf ihre Kosten. „Stop Or Go” stampft mit Synthieklängen im Schlepptau durch die englischen Plattenbauten von Leeds und „Wait For Me” könnte man getrost als melodiöse und sommerfrische Bandhymne umschreiben.

Bei „Can’t Control Myself”… einen Moment, ich meine natürlich „You Better Not Look My Way”…, oder war es doch „Take Her Back”? In diesem kurzen Moment der Verwirrung meinerseits liegt aber dann auch das große Manko dieser Platte. Bei so gut wie jedem der zwölf Stücke wird nach ein und demselben Muster herummusiziert. Und auch die pubertierenden Junge-Trifft-Mädchen-Lyrics hauen einen nicht gerade vom Barhocker. Um eine vermeintliche Kompaktheit zu erzeugen, werden dann ab und zu die Pausen zwischen den Liedern weggelassen und es scheint als wurde für jeden einzelnen Track, ein und dasselbe Gitarrensolo recycelt. Lediglich „Caught In Your Trap“ ragt aus den teilweise geklont wirkenden Stücken heraus und die Detektive überraschen mit einer ungewohnten Akustikeinlage gegen Ende des Songs.

„We just want to be rich and famous”. Dieses Vorhaben wird für The Pigeon Detectives eher zu erreichen sein, als das Erbe vergangener BritPop-Heroen anzutreten. Und für alle die noch ziemlich frisch auf BritPop/Rock-Sohlen unterwegs sind, kann dieses Album mit seinen poppigen Melodien und Gute-Laune-Refrains sicherlich ein netter und kurzweiliger Einstieg sein. Aber Vorsicht: Hochmut kommt vor dem Fall. Und man wünscht den Jungs nicht dasselbe Schicksal, welches ihrem Erstling zuteil wird: Nach dem ersten Hördurchlauf bereits wieder fast in Vergessenheit geraten zu sein.

Anspieltipps:

  • Romantic Type
  • I Found Out
  • Caught In Your Trap
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