Girugämesh - 13´s Reborn - Cover
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Girugämesh 13´s Reborn


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Girugämesh sind das neueste Signing des kleinen Labels Gan Shin, dass sich auf den Import von japanischen Erfolgsbands spezialisiert hat. Die erste Frage die man sich bei einem solchen Bandnamen stellt: Kann ein Japaner ihn überhaupt unfallfrei aussprechen? Die Antwort lautet (nach einer unrepräsentativen Feldstudie): Nicht wirklich. Nun ja, spätestens nach Motörhead gilt es eben unter Rockbands als cool, sich zwei Pünktchen über die Vokale zu machen, warum also nicht? Musikalisch hat das Quartett aber nur ansatzweise etwas mit den Rockern um Lemmy Kilmister zu tun. Girugämesh bewegen sich im Spannungsfeld von Rock und Metal, würzen das ganze dann noch mit einer sauberen Produktion und teilweise recht poppigen Refrains.

Der erste Track „Jarring Fly“ beginnt mit seinen fetten Gitarrenriffs und einigen Grunts ziemlich vielversprechend. Der Refrain kommt leider nicht ganz so gut, was vor allem daran liegt, dass Sänger Satoshis Stimme doch etwas arg limitiert ist und hier offenbar einige Male der Auto-Tuner nachhelfen musste. Wesentlich stärker ist das folgende „Shadan“, bei dem sich Satoshi mehr auf exzessives Herumgebrülle beschränkt und somit die durchschlagende Wirkung der Gitarrenarbeit von Nii und Shuus knarzigen Bassläufen noch verstärkt.

Auch „Mouja no koushin“ ist eine Nummer für den Moshpit. Der Song beginnt düster mit Ausschnitten einer totalitären Ansprache und dem Geräusch marschierender Soldaten, um dann mit einer dicken Gitarrenwand über den Hörer hereinzubrechen. Satoshis wieder etwas schwächelnder Gesang wird diesmal von der Restband im Refrain mit „Background-Growls“ unterstützt. Mit monotenen Zeitlupenriffs ist dann „Aimai na mikaku“ leider nicht nur langsam, sondern auch –weilig.

Ganz nett hingegen ist „Robust Conviction“, bei dem mit dreckigen Leadgitarren endlich mal die Rock’n’Roll-Sau herausgelassen wird. Für ein wenig Amüsement sorgt die kreativ betonte Aussprache des Songtitels im Chorus. Ein Schuss in den Ofen ist die Halbballade „Ame to fukoumono“, Satoshi sollte einfach die Finger von gesanglich anspruchsvolleren Nummern lassen, so oft wie ihm hier die Luft wegbleibt. Von den Mitmusikern möchte ebenfalls kein kreativer Funken ausgehen. Dieser entbehrt sich auch in den folgenden zwei Nummern, die man als Hörer möglichst schnell vergisst.

Der letzte langsamere Track „Makai no yami“ ist dann wieder eine positive Überraschung, die Melodien stimmen, Gitarrist Nii legt mit seinem dramatischen Riffing (besonders in der Bridge) eine reife Leistung vor und auch Satoshi scheint sich endlich einmal vollkommen im Griff zu haben. Am Schluss des Albums stehen dann noch ein belangloser („Owari to mirai“) und ein guter („Kaisen sengen“) Track, was den eher durchwachsenen Eindruck des Albums bestätigt. Richtig schlecht ist keiner der Songs, doch gibt es eine beachtliche Anzahl von Füllern. J-Rock-Fans sollten ihr Geld lieber in Bands wie MUCC investieren, da ist es besser aufgehoben.

Anspieltipps:

  • Shadan
  • Robust Conviction
  • Kaisen sengen
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