Xandria - Salomé: The Seventh Veil - Cover
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Xandria Salomé: The Seventh Veil


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Stärken von Xandria liegen bei schnellen, rockigen Nummern, die entfernt an Bands wie Die Happy erinnern.

Mit „Ravenheart“ hatten Xandria vor einiger Zeit so etwas wie einen kleinen Hit, auch der dazugehörige Videoclip mit charmantem Billig-Appeal durfte so manches Mal über deutsche Mattscheiben flimmern. Der Nachfolger „India“ gab sich dann etwas sperriger, der Erfolg konnte nicht ganz wiederholt werden. Mit „Salomé – The Seventh Veil“ gibt sich die Band aus Bielefeld nun wieder eingängiger und will beweisen, dass sie es besser machen als die Gothic-Konkurrenz von Nightwish oder Within Temptation.

Der Opener „Save My Life“ hinterlässt dann aber erst einmal eine hochgezogene Augenbraue. Die Produktion ist recht dünn, die Hook erinnert sehr an das besagte „Ravenheart“ und auch von den im Pressezettel versprochenen orientalischen Elementen lässt sich recht wenig vernehmen. Sängerin Lisa läuft auch noch nicht auf Hochtouren, da hilft auch der laszive Blick auf dem Cover nichts. Besser ist da schon „Vampire“, das nicht nur fettere Riffs, sondern auch einen locker-rockigen Refrain bietet. Die penetranten Keyboardsounds nerven allerdings ein wenig.

Flott geht es mit „Beware“ weiter, bei dem Lisa endlich in ihrem Element ist. Man merkt ihr richtig den Spaß an, den sie bei den Aufnahmen hatte. „Emotional Man“ leidet dann wieder sehr durch die zu plakativ eingesetzten Synthie-Streicher. Sehr in Richtung der letzten Nightwish-Alben geht der Titeltrack „Salomé“, der bis auf einen atmosphärischen Mittelteil mit coolem Gitarrensolo recht blass bleibt. Mit einer rückgekoppelten Gitarre und schnellem Beat startet „Only For The Stars In Your Eyes“ als schnelle Rocknummer und hat mit Gothic nicht mehr wirklich viel am Hut. Gastsänger Mika Tauriainen (Entwine) schafft es dabei Lisa zu einer Bestleistung anzustacheln und macht den Song somit zu einem der Highlights des Albums.

Gar nicht dazupassen will dann „Firestorm“, das durch seine künstlich aufgesetzte Härte und die deplazierten Grunts ziemlich lächerlich wirkt. „A New Age“ hat war schön groovende Strophen, der Chorus fällt leider deutlich ab. Die obligatorischen Ballade „The Wind And The Ocean“ mag ein wenig kitschig sein, doch kommt hier Lisas sanfte Stimme, die fast nur vom Piano begleitet wird, so richtig schön zur Geltung. Eine absolute Frechheit ist dann aber „Sisters Of The Light“. Was haben sich Xandria bloß bei diesem Discobeat gedacht, ganz zu schweigen von den jetzt zum Zuge kommenden „orientalischen Elementen“, die wohl aus einer billigen Ethno-Pop-Nummer geklaut wurden? Mit solchen Liedern könnte sich die Band locker beim nächsten „Eurovision Song Contest“ für die Türkei oder Griechenland anmelden, und würde dort nicht einmal großartig auffallen. Zum Glück gibt es zum Albumabschluss mit „Sleeping Dogs Lie“ und „Only My Way“ noch zwei erdigere Nummern, bei denen auch die Gitarren wieder ein Wörtchen mitzureden haben.

Die Stärken von Xandria liegen einfach bei schnellen, rockigen Nummern, die entfernt an Bands wie Die Happy erinnern. Vielleicht sollten sich die Bielefelder überlegen, ob sie nicht einfach die schwarzen Klamotten und den ganzen halbgaren Salomé-Firlefanz über Bord werfen und einfach mal ohne diesen Ballast loszulegen. Mit ihrem aktuellen Sound treten Xandria jedenfalls auf der Stelle.

Anspieltipps:

  • Beware
  • Only For The Stars In Your Eyes
  • Sleeping Dogs Lie
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