Markus Apitius - Los Angeles - Cover
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Markus Apitius Los Angeles


  • Label: Art of Choice/M-SYSTEM
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Los Angeles“ den ersten Sinneseindrücken nach in keine Schublade stecken zu wollen, fällt einem schwer. Ein düsteres Bild irgendeiner seltsamen Zeremonie ziert das Cover, der sakral anmutende Name Apitius erinnert an den verhassten Latein-Unterricht in der Schule. Dabei will der geborene Niederländer nach „In god´s machine“ (2005), das sein erstes Solowerk darstellte, einfach nur seine Version von schnörkellosem Pop unter die Leute bringen.

Mit minimalistischer Besetzung, meist aus Piano und Akustikgitarre bestehend, schmiegt sich der derzeit in Köln verweilende Apitius in 14 behutsam arrangierten Stücken in die Gehörgänge und setzt auf seine kompositorischen Fähigkeiten als diese in Bombast zu ersticken. Das Stücke wie das getragene, musicalähnliche „Ghost on abbot kinney“, die fingerschnippende Leichtigkeit in „Bowl of salesman“ oder die musikalische Beatles-Liebeserklärung „Adore you“ auf „Los Angeles“ jedoch keineswegs an der Tagesordnung stehen, davon zeugen das jazzige „Keep your doors shut“, der serielle Ausbruch am Schluss von „The village“ oder „Peer pressure“.

Dort lässt der Niederländer plötzlich elektronisches Geplucker auffahren und presst einen saftigen Industrial-Anteil in den Track hinein. Abgelöst wird das Stück von „Pearl“, einer psychedelischen Reise, die erst in den sanftmütigen Harmonien von „Beautiful dream“ ihr Ende findet. Mit dieser Gratwanderung aus E- und U-Musik wandelt Apitius auf dem dünnen Eis zwischen Kunstanspruch, wunderschönem Indie-Pop und raffinierter Songschreibkunst, wodurch das Album zwar ein eindeutiges Ziel aus den Augen verliert, aber definitiv interessant und hörenswert bleibt.

Anspieltipps:

  • Goodbye
  • Bowl Of Salesman
  • Ghost On Abbot Kinney
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