Samael - Solar Soul - Cover
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Samael Solar Soul


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Was hat Nuclear Blast mit der Schweizer Formation Samael gemeinsam? Beide Institutionen gibt es seit 20 Jahren und genau so lange hat es gebraucht bis das Vierergespann rund um Vorph (Gesang, Gitarre), Makro (Gitarre), Mas (Bass) und Xy (Keyboard) ihrer Liebe zur metallischen Musik wegen sich mit dem in Donzdorf ansässigen Label nach einem langjährigen Vertrag mit Century Media (seit dem 1992er Output „Blood ritual“) zusammengeschlossen hat. Ob der Wechsel jedoch ähnlich fruchtbare Knospen trägt, wie schon das neue Werk von Chimaira im März diesen Jahres (Titel „Resurrection“), darf nach darauf enthaltenen Kompositionen wie „Slavocracy“ oder „Quasar waves“ getrost bejaht werden.

Samael haben sich auf ihrem bislang achten Werk nicht neu erfunden, aber die Erfahrung und den Ehrgeiz der vergangenen Jahre in einen Topf gesteckt und heftig umgerührt. Herausgekommen ist „Solar soul“, eine Aneinanderreihung von kalten, bitterbösen Black-Metal-Szenarien, die allerdings im Vergleich zur Konkurrenz (Dimmu Borgir, Gorgoroth) auf jegliches Instrumentengebolze verzichten und sich stattdessen in schleppender Manier mit Doom-Einschlag ausbreiten, getrieben von dominanten Keyboardteppichen.

Wie sich ein beispielhaftes Stück dieser Gangart anhört, wird in „On the rise“ und „Alliance“ deutlich, die sich vor allem zum Mittelteil hin einer herrlich düsteren Atmosphäre bedienen und die unverwechselbare, raue, leicht aggressive Stimme Vorphs bestens zur Geltung bringen. Der Track „Western ground“ klingt zwar bemüht, bleibt aber ein wenig ideenlos auf der Strecke, während „Ave!“ als stampfendes Ungetüm zu wüten beginnt und „Quasar wave“ sich indischen Einflüssen bedient, wodurch die verwendete Sitar dem Stück einen angenehmen, fernöstlichen Touch verleiht.

Einzig und allein die Produktion lässt zu wünschen übrig und liefert einen größtenteils verwaschenen Sound, bei dem die Drums stiefmütterlich abgemischt wurden und somit die Wucht und Energie stellenweise auf der Strecke bleibt. Hier hätten Samael bei ihren Landsmännern von Celtic Frost vorbeischauen sollen, denn die lieferten mit „Monotheist“ (05/2006), was diesen Punkt betrifft, eine astreine Vorstellung ab. Dennoch ändert dieses Manko nichts daran, dass „Solar soul“ eine gelungene Scheibe der Schweizer Formation geworden ist.

Anspieltipps:

  • Ave!
  • Slavocracy
  • On The Rise
  • Quasar Waves
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