Ken Hensley - Blood On The Highway - Cover
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Ken Hensley Blood On The Highway


  • Label: Politur/H'ART
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn sich Uriah Heep demnächst wieder auf Welttournee begeben werden ist allseits bekannt, dass die ganz großen Zeiten der Band in ihrer ursprünglichen Besetzung passé sind. Allerdings ist so etwas kein Grund, die musikalische Laufbahn nach dem eigenen Ausscheiden nicht fortzuführen. Das hat sich wohl auch Ken Hensley, ehemals Gitarrist und Keyboarder der Jungs aus England, gedacht und veröffentlicht schon seit mehreren Jahren in relativ kurzen Abständen ein Soloalbum nach dem Anderen. „Blood on the Highway“ markiert, laut Kens eigener Aussage, nun allerdings einen Meilenstein seines Schaffens, ist diese Platte doch als Reminiszenz an sein eigenes, teilweise recht stürmisches, Leben gedacht. Um das zu verwirklichen holt sich Hensley prominente Verstärkung ins Studio, allen voran Jorn Lande und Glenn Hughes für die stimmliche Gestaltung sowie das Alicante Symphony Orchestra als musikalische Unerstützung.

Die Verpflichtung von Jorn Lande macht sich auch direkt beim Opener „This is just the Beginning“ bezahlt, dessen Titel nicht zu viel verspricht und einen flotten Einstieg in die Platte bietet. Das immer wieder schön anzuhörende Timbre in Landes Stimme passt zum Tempo der Nummer und legt die Latte für die folgenden Tracks schon mal recht hoch. „We’re on our Way“ ist im Anschluss auch genau auf Kurs: Hier paart sich ein richtig adretter, trockener Riff mit dem Gesang von Lande sowie Hensley. „Blood on the Highway“ fügt sich in die bisherige Struktur ein, verzichtet aber auf das Tempo der beiden ersten Tracks. Offen bleibt in der Folge die tiefere Bedeutung des zweigeteilten Zwischenspiels „Doom“. Zwischen den beiden Teilabschnitten geht der Elan des ersten Teils ein wenig verloren: Zwar erinnert der Opener von „It won’t last“ ein wenig an Deep Purple und die Stimme Eve Gallaghers entfernt an die von Patti Russo (Meat Loaf), jedoch bleiben beide Tracks relativ oberflächlich. Nach dem zweiten Teil von „Doom“ geht es wieder aufwärts, nicht zuletzt dank Jorn Lande, der in „Okay (This House is down)“ ein letztes Mal zeigen darf was er kann.

Glenn Hughes bleibt mit „What you gonna do“ relativ blass und „Postscript“ ist ein nochmaliger kurzer, von Hensley auf der Dobro vorgetragener Ausschnitt aus „We’re on our Way“ bevor das Orchester erstmals tätig wird. Vermisst man dessen Einfluss in „I did it all“ noch in wenig kommt es in „The Last Dance“ richtig zur Geltung womit ein würdiger Abschluss des musikalischen Streifzugs durch Ken Hensleys Leben geschaffen wird.

Unterm Strich muss man Ken Hensley anrechnen, dass er seinem Vorhaben mit einem interessanten wie auch gleichzeitig intelligenten Konzept begegnet: Er greift auf hervorragende Sänger als Unterstützung zurück, scheut nicht vor experimentellen Tracks zurück und bedient sich zuletzt auch noch eines Orchesters. Das dieses Konzept nicht in jedem Track wirklich greift sei an dieser Stelle angemerkt, jedoch beinhaltet „Blood on the Highway“ eine Reihe wirklich starker Tracks, denen es dann auch wirklich gelingt, die Lebensgeschichte des Alt-Rockers zu erzählen.

Anspieltipps:

  • (This is) Just the Beginning
  • We’re on our way
  • Blood on the Highway
  • The Last Dance
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