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Datarock Datarock


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Norweger von Datarock, Fredrik Saroea und Ket-Ill, vollen viel und das heißt in ihrem Fall glamouröse Dance-Attacken mit jeder Menge Punk-Spirit und wilden Bühnenshows, die sie mit dem ersten Mal bei Landsfrau Annie während ihrer monatlichen Clubveranstaltung „Pop Till You Drop” im Dezember 2000 einläuteten. Als energisch und schier überbordend kann man die Performance beschreiben, die schon unterschiedlichste Gastmusiker auf die Bühnen lockte, wie zum Beispiel den Jazz-Saxophonisten Kjetil Moster und Mitglieder der Black Metal-Band Enslaved. 2003 enterten Datarock die Hauptbühne des renommierten Sonar-Festivals in Barcelona, brachten 400 handbemalte 3-Inch-CDs in Umlauf und machten in regelmäßigen Abständen bei großen Festivals Halt, deren positiver Nachhall nun in die mit Spannung erwartete Debüt-CD übergeht. Der deutsche Re-Release (im Original von 2005) beinhaltet mehrere neue Songs und darüber hinaus noch drei Video-Clips, kann aber den Grund nicht verhehlen, warum die Skandinavier in Deutschland bisher nahezu völlig unbekannt sind.

In seiner manischen Steigerung ist „Bulldozer“ ein würdiger Opener, der Spannung forciert und von cheesy Disco-Beats bei „I Used To Dance With My Daddy“ abgelöst wird. Ein abgehangenes Dance-Gerüst groovt sich beachtlich um Kopf und Kragen, während sich der Gesang charmant desinteressiert über die mit viel Spaß verzierte Melange aus Electro, Funk und Rock legt. Leider bleibt das Niveau während der gut 50 Minuten auf Höhe des Mittelmaßes und so stellt sich spätestens ab der Hälfte von „Datarock“ Langeweile ein, die man vom augenscheinlichen Vorbild James Murphy alias LCD Soundsystem nicht mal im Ansatz kennt. Genau da liegt der Knackpunkt: Man kennt das Schema und kennt es viel besser. Der Funke vermag nur selten überzuspringen und so hadert das Duo mit seinen eigenen Einflüssen.

Wartet man bis zum vierten Track „Fa Fa Fa“, darf auch schon mal freudestrahlend durch den Sommer getanzt werden. Denn da flirren die Gitarren, beleben die leichten, organischen Beats und stolzieren euphorische Vocals mit Hit-Qualität und feingliedriger Ausarbeitung. Der Nachfolger „Princess“ zitiert The Cure´s „Close To Me“ und überzeugt wie bereits das vorgenannte Stück mit dringlichen Hooklines und raffiniert leichtfüßiger Instrumentierung. Danach ist jedoch erstmal wieder Abwarten angesagt, denn Songs mit echtem Wiedererkennungswert sind auf dem Debüt rar gesät. Auch das mit amtlichen Gitarren-Riffs ausgestattete „New Song“ begeistert nur mäßig und krankt schlussendlich an den penetrant glamourösen Vocals. Mit dem von Annie als Gast-Vokalistin eingesungenen „I Will Always Remember You“ hat das Schauspiel ein Ende und ist trotz guter Momente doch nur eines von vielen im gut besetzten Dance-Rock-Ensemble.

Anspieltipps:

  • Fa Fa Fa
  • Princess
  • The Most Beautiful Girl
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