SheSays - Want It - Cover
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SheSays Want It


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

SheSays wollen, ja müssen im Gespräch bleiben. Schließlich steht es bereits um die ersten Ö3-Soundcheck-Gewinner Shiver, die durch den österreichischen Radiosenders aufgrund ihrer Single „Dieser Augenblick“ zu den Siegern gekürt wurden, denkbar schlecht. Das erste Album „Zwischen den Zeilen“ verkauft sich unter allen Erwartungen, der Nachfolger „Herzlich willkommen“ bleibt ebenso kommerziell unerheblich und eine Vermarktungskampagne für Deutschland kommt daher gar nicht erst zustande.

Die besseren Karten zogen definitiv die im Jahr darauf siegreichen SheSays. Das selbstbetitelte Debüt (06/2006) schoss im Heimatland auf das Siegertreppchen und auch in deutschen Landen scheint man sich für den emotionalen Pop/Rock zu interessieren. Zwar bremste die Euphorie über den Erfolg der Ausstieg von Schlagzeugerin Catharina Priemer, die sich anderen Projekten widmen wollte, aber wenigstens erscheint der Nachfolger „Want it“ über normale Vertriebswege (ganz im Gegensatz zu Shivers Zweitling), auch wenn die Kollegen beim Major EMI in Deutschland dieses Mal anscheinend auf jegliche Promotionaktivität verzichtet haben dürften („Wo kommen die her? Norwegen? Holland?“).

Bei der Musik hat sich jedoch einiges geändert. Gudrun Liemberger (Gesang), Andreas Liu (Gitarre) und Valentin Rosegger (Bass), die nun ohne festen Platz am Schlagzeug weitermachen wollen, haben ihren Songs eine im Vergleich zum Vorgänger würzige Frischzellenkur verabreicht und rocken wesentlich heftiger drauflos, die Gitarre stärker im Vordergrund. Vor allem in der ersten Hälfte reiht sich ein knalliger Track an den nächsten, erst die austauschbare Lagerfeuer-Ballade „Save me“ bremst das Tempo und läutet den ruhigeren, Pop-lastigen Teil der Platte ein, der auch sofort einige Füller präsentiert. Nichtsdestotrotz reißt „Tear me down“ und „Sunset“ das Ruder wieder in Richtung Rock, nur um von „Candle“ und „My blues“ eine kitschig-schnulzige Abreibung zu bekommen, die zwei unauffällige Radioballaden in Perfektion darstellen.

Für Pro und Contra sorgt auch dieses Mal wieder Sängerin Gudrun, die es in Songs wie „Open your eyes“ oder „Coming home“ einfach nicht schafft den aufbegehrenden Parts Ausdruck zu verleihen. Zu zaghaft versucht sich ihre Stimme neben der lautstark agierenden Gitarre von Andreas zu behaupten. Dafür sorgt sie in „Indi“ für den richtigen Drive und auch die sanften Passagen von „Want it“ sind über jegliche Kritik erhaben. Wenn allerdings als Bonus Track erneut „Rosegardens“ angespielt wird und Frau Liemberger inmitten einer sehnsuchtsvollen Melodie „I will ever live again / Will taste your lovely tears / Wanna lay down by your side / Within rosegardens“ singt, weiß man, dieses Stück wird ihr Bestes bleiben, auch wenn die neue Platte deutlich stärker als das Debüt ist.

Anspieltipps:

  • Indi
  • Sunset
  • Rosegardens
  • Tear Me Down
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