Two Gallants - The Scenery Of Farewell EP - Cover
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Two Gallants The Scenery Of Farewell EP


  • Label: Saddle Creek/INDIGO
  • Laufzeit: 29 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Omaha im US-Staat Nebraska und das ehemalige Kleinst-Label Saddle Creek bilden eine Kombination, die jede Menge Fans hervorgebracht hat und es sich unter anderem mit Bright Eyes, Cursive oder Azure Ray stets am oberen Rand der Richterskala gemütlich gemacht hat. Saddle Creek stand und steht für Qualität, gern mit einer Folk-Lastigkeit, die das Genre mit jungen Protagonisten in ihren Reihen wieder stärkte und mit den Two Gallants zwei weitere Hoffnungsträger unter Vertrag hat. Adam Stephens (Gesang, Gitarre, Piano) sowie Tyson Vogel (Schlagzeug, Gesang, Percussions) bilden das Duo und legen nach dem starken zweiten Album „What The Toll Tells“ ein Mini-Album vor, für das im Herbst bereits ein Nachfolger in den Startlöchern steht. Doch vorerst kann man sich getrost „The Scenery Of Farewell“ widmen, welches ausschließlich akustisch daherkommt und voller traditioneller Schönheit erdig den Hörer erfreut.

Es grenzt an einer Unmöglichkeit, die stärksten der fünf Songs herauszufiltern. Jeder der Tracks verzaubert und ist für sich, wie auch im Kontext des Mini-Albums/der EP, eine weitere Großtat, der man stundenlang lauschen möchte. Im Vergleich zum letztjährigen und vielmals abgefeierten Vorgänger kommt „The Scenery Of Farewell“ ohne Verstärker aus und bedient sich dennoch nicht allzu lieblicher Folk-Einbahnstraßen. Hier wird der Highway genommen und der ist staubig, voller Wüsten-Weitsicht und verdammt intensiv. Wie sanfte Streicher-Wohltaten auf sich steigernde Vocals treffen und Piano, Mundharmonika sowie Cello die brüchige, doch so kräftige Percussion-Arbeit besänftigen und immer wieder innige Melodien die direkte Studio-Aufnahme in den Himmel tragen – das ist mehr als einfach nur gut.

Die Two Gallants tun das Beste, was ihnen einfallen konnte. Sie legen nach dem Erfolg aus 2006 einen Tonträger nach, der an den guten Eindruck der Live-Shows und des zweiten Albums anknüpft und dabei stets die Spannung aufrecht erhält. Was kommt als nächstes, wie fällt das elektrisch verstärkte (Mini?)-Album im Herbst aus, wie geht es weiter mit dem Duo, das so vieles vor sich hat und eigentlich nur auf die großen Songstrukturen und emotional verzauberndes Liedgut setzen muss. Da sollte nichts mehr schief gehen. Doch begnügen wir uns vorerst mit 30 Minuten neuem Two Gallants-Material und der Erkenntnis, dass Nebraska immer noch eines der besten Pflaster für handgemachte Musik mit dem besonderen, unnachgiebigen Etwas ist.

Anspieltipps:

  • Lady
  • Up The Country
  • All Your Faithless Loyalties
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