Blondelle - Die Pretty - Cover
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Blondelle Die Pretty


  • Label: CARGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Na so was: Da nennen sich die vier Londoner einfach so Blondelle, ohne auch nur eine einzige waschechte Blondine mit an Bord zu haben. Vielleicht auch besser so. Denn mit Make-up im Gesicht und hochhackigen Schuhen, würde das „Cocky“-Image der Jungs sicherlich nicht in gleichem Maße funktionieren.

Im hauseigenen Plattenregal könnte man „Die Pretty“, das Debüt des Quartetts aus dem Königreich, ohne Bedenken neben den Libertines, Razorlight oder The View platzieren. Kurze, knackige Gitarrenstücke mit einer gehörigen Portion BritPop und Punk im Ärmel. Auch auf die Überladung ihres typisch britischen Sounds, wird wie bei den meisten Bands dieses Schlages verzichtet. Frech und unverbraucht klingen- so was verkauft sich immer! Die Zeiten ihn denen sich die englische Punk- und Rockmusik dem Kampf gegen das Establishment und das Spießbürgertum verschrieben hat, gehören wohl endgültig der Vergangenheit an. Heutzutage handeln die Songs von Mädchen, Drogen und Partys. Und Will, Rory, Sam und Michael wissen mit ihren 18 bzw. 19 Jahren, einiges über ihre wilde Jugend zu berichten.

Und so sollte man dann auch von diesen jungen Burschen keine musikalischen Quantensprünge erwarten. Aber erfreulicherweise tut das hier dem Spaß keinen Abbruch. Ob mit sommerlich eingängigem Gitarrenriff ausgestattet, wie bei „The English Way“ oder das auf einem dezentem Ska-Rhythmus aufgebaute „Golden Carriage“. Das klingt ziemlich gut. Da interessiert es auch wenig, ob hinter dem rotzigen Teenagerimage ein cleverer Marketingmanager steht, oder dass die Texte für Menschen jenseits der 20 eher zum Schmunzeln geeignet sind. Der Refrain auf „Leave Em For Dead“ geht runter wie ein erfrischend kühles Ale und mit „Snow Clear Lies“ und der Pogo-Vorlage „2 Years Short Of A 5 Years Plan“ tummeln sich auf ihrem Erstling dann sogar zwei Stücke mit Hitpotential.

„Die Pretty“ ist ein kurzweiliges, aber keineswegs langweiliges Album. Und was das „Cocky“-Image angeht: „Ich habe mich nur zweimal verliebt – einmal ihn einen Spiegel und einmal in eine Bierflasche (Sid Vicious)“. Der Musik soll es nicht schaden.

Anspieltipps:

  • The English Way
  • Snow Clear Lines
  • 2 Years Short Of A 5 Years Plan
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