Angelique Kidjo - Djin Djin - Cover
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Angelique Kidjo Djin Djin


  • Label: Odeon/EMI
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach vier Grammy-Nominierungen, zwei davon für „Best world music album“, könnte man meinen, Angelique Kidjo will es mit ihrem neuen Werk „Djin djin“ endlich wissen und versammelt, wie es schon Santana höchst erfolgreich mit „Supernatural“ (1999) vorgemacht und neun Auszeichnungen eingesackt hat, eine ganze Schar an hochkarätigen und angesehenen Künstlern aus allen Sparten um endlich die heißbegehrte Trophäe überreicht zu bekommen. Dass es ihr allerdings nicht um kommerziellen Erfolg geht, sondern um eine Erfahrung für die einzelnen Musiker, stellt sie folgendermaßen dar: „Mir war es wichtig, dass jeder dieser großartigen Musiker mit mir kommt, zu meinen musikalischen Wurzeln. Ich habe diese Wurzeln nie verleugnet, denn ich kenne meine Identität und ich weiß, dass, wenn man mit Musik etwas geben will, man sich positionieren muss zwischen den anderen Individuen, die vielleicht aus anderen Kulturen stammen und andere Hintergründe haben. Erst dann tun sich Wege auf, die einem zeigen, dass wir uns eigentlich doch nicht so sehr unterscheiden.“

Was Kidjo auf „Djin djin“ mit fast perfekten Stilfusionen aus afrikanischer Folklore, Pop, Jazz, R&B, Soul, einer Prise Hip Hop, sowie karibischem Flair vorzeigt und sogleich mit dem Opener „Ae ae“ unbeschwert beginnen lässt. Gefolgt vom Titelstück, das Unterstützung durch Alicia Keys und Jazzsaxophonist Branford Marsalis erhält, welches vom rumpelnden Rolling Stones-Cover „Gimme shelter“ mit Joss Stone abgelöst wird, das wiederum in das ruhige „Salala“ mündet, bei dem Peter Gabriel an Kidjos Seite seine musikalischen Künste unter Beweis stellt, in „Djin djin“ fühlt man sich schon nach kurzer Zeit wie zu Hause. Ein Vorzeigestück zappelnder afrikanischer Rhythmik ist „Senamou“, bis „Pearls“ (im Original von Sade) seinen Platz beansprucht um mit Carlos Santana und Bariton-Stimme Josh Groban eine wunderbare Verschmelzung aus minimalistischer Untermalung aus Shekare und beseelter Gitarrenarbeit darzubieten. Das anschließende „Sedjedo“ bestreitet Angelique mit Bob Marleys ältestem Sohn Ziggy inmitten von lockeren Reggaestrukturen, während die nachfolgenden sechs Stücke von der beninisch-französischen Musikerin im Alleingang abgehandelt werden.

„Arouna“ z.B. klopft daraufhin zaghaft an die Tür des Orients um sich bei dessen sehnsuchtsvollem Flair zu bedienen, während „Emma“ mit leichten Country-Anleihen aufwartet und mit einer Einleitung beginnt, die sich rein auf das starke Organ der Dame stützt. Nach dem Schema von Maurice Ravels „Bolero“ baut sich dann „Lonlon“ auf, welches sowohl rhythmisch als auch gesanglich eine spanisch-angehauchte Offenbarung ist. Abschließend werden ein zweites Mal „Arouna“ mit Joy Denalane und „Emma“ mit der italienischen Sängerin Carmen Consoli dargeboten. Wo jedoch die Deutsche den Track mit Soul erfüllt, ist letzterer ein gelungenes Duett aus zwei starken Stimmen, welcher einen wunderbaren Schlusspunkt für „Djin djin“ setzt und bei niemanden, der sich für afrikanische Musik mit weltumspannenden Genre-Einflüssen begeistern kann, fehlen sollte.

Anspieltipps:

  • Pearls
  • Lonlon
  • Sedjedo
  • Senamou
  • Gimme Shelter
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