Digitalism - Idealism - Cover
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Digitalism Idealism


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Hamburger von Digitalism haben sich bereits vor dem nun erscheinenden Debüt-Album „Idealism“ in der Dance-Szene etabliert und wurden nicht zuletzt durch Remixe für die Klaxons, Test Icicles und die Futureheads auch in der Indie-Szene bekannt. Ihr Markenzeichen ist der erdige Sound, der nah am Rock´n´Roll-Spirit liegt und doch Electro/House in Reinkultur bietet. Durch die Vorliebe für Rock- und Dance-Musik kamen die Protagonisten Isi und Jens bei ihrer Arbeit in einem Plattenladen in Kontakt und verwirklichten ihr Verständnis von aktueller elektronischer Musik in Form von DJ-Auftritten, die nicht nur in Hamburg schnell die Runde machten. Es folgten erste Veröffentlichungen, unter anderem mit ihrer Version von „Seven Nation Army“ (The White Stripes) und dem eigenen Titel „Idealistic“. Schließlich horchte das französische Kitsuné-Label auf und brachte die für Digitalism bis heute erfolgreichste Nummer „Zdarlight“ heraus, um über EMI die Erfolgsgeschichte mit dem Longplayer „Idealism“ fortzusetzen.

Dass dieses funktionieren wird, merkt man bereits dem Opener „Magnets“ an, bei dem organisch punkige Beats die energetische Reise eröffnen und von drängenden Vocal-Fetzen samt Vocoder unterstützt werden. Als wenn dies noch nicht genug der unnachgiebigen Präsenz wäre, sammeln sich Acid-Sounds und verursachen in Verbindung mit geschickt gesetzten Breaks ein Feuerwerk der songdienlich funktionieren Club-Kultur. Gleiches gilt für das mit gehörig Vorschusslorbeeren gesegnete „Zdarlight“, das auch auf dem Longplayer als echter Hit daherkommt und mit analogen Synthesizer-Sounds den langen Weg gen Unsterblichkeit antritt. Tief grabende Beats und flirrende Synthie-Flächen machen noch dazu klar, dass es keine Lyrics braucht, um Pop-Appeal und klassische Song-Strukturen in den Electro/House-Kontext zu integrieren.

Techno-Jünger und Indie-Kids gleichermaßen bewegen sich glückselig auf der Tanzfläche und lassen mit Digitalism einen weiteren Mitstreiter der elektronischen Musik mit Rock-Appeal durchstarten. Der Unterschied zu einigen ähnlich gearteten Künstlern liegt darin, dass das norddeutsche Duo auf Platte mindestens genau so gut funktioniert und auch bei der Beschallung in den eigenen vier Wänden ein elementares Suchtpotenzial entfacht. So kann man nur positive Worte über „Idealism“ verlieren und sich an einer vom Original losgelösten Interpretation von dem The Cure-Frühwerk „Fire In Cairo“ (hier: „Digitalism In Cairo“) erfreuen, die sich trotz abgehackter Stimm-Elemente und spielerischer Verwirrung der Sounds und variantenreichen Beats auf entrückte Weise eindringlich einprägt. Mehr Pop als Electro findet sich bei „Pogo“, das bereits als Vorab-Single ausgekoppelt wurde, und mit Gitarren sowie Gesang eine weitere Komponente präsentiert, die den Club-Reißern auf dieser CD in nichts nachsteht. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass der Debüt-Longplayer von Digitalism in jeder Minute Spaß macht, beeindruckt und gehörig Appetit auf ein DJ/Live-Set der so genannten Digital-Rocker entfacht.

Anspieltipps:

  • Magnets
  • Zdarlight
  • Pogo
  • Anything New
  • The Pulse
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