Portugal. The Man - Church Mouth - Cover
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Portugal. The Man Church Mouth


  • Label: Defiance/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Da sind sie wieder: die vier Musiker aus Alaska, die so ungewöhnlichen Indierock produzieren. Das Debütalbum „Waiter: You vultures!“ von 2004 glänzte durch frische Ideen, elektronische Spielereien und überraschende Einfälle der Rockmusiker. Bei dieser neuen CD wurden die Elektroanteile völlig verbannt und dem reinen Rock’n’Roll gefrönt. Der harmonische hohe Gesang, den Leadsänger John Gourley fast immer in Zusammenarbeit mit seinen Mitmusikern zelebriert, ist geblieben und die Qualität wurde noch gesteigert. Die Ecken und Kanten des hardcoreähnlichen Erstlings scheinen ein wenig geglättet, aber die Weiterentwicklung ist offensichtlich: nun haben Portugal. The Man den Jamrock der 70er ins Herz geschlossen, aber durch ihre modernisierten Fassungen, die einfach schwer rocken, kommt einem das zeitlos vor.

Der erste Song der insgesamt 12 Tracks ist das Titelstück „Church Mouth“ und da werden die Karten gleich offen gelegt: Led Zeppelin lässt grüßen und mit viel rockigem Schwung beginnt die Zeitreise zurück in die 70er Jahre. Es gibt wenige ruhige Momente wie „My mind“, das so anders als die anderen klingt, da singt Gourley richtig gut und ausnahmsweise etwas tiefer und es entsteht ein Song, der durch seinen ohrwurmartigen Refrain fast schon eingängig wirkt. „Children“ beginnt mit etwas gequälter Gitarre, um sich langsam zu steigern und im eindeutig schweren Rock zu enden. Nicht nur hier beweist die Band ihre Songwriterqualitäten, denn die geschickten Tempowechsel machen aus dem Track fast ein Rockepos.

Zum Ende wird „Sleeping Sleepers Sleep“ gereicht, dass sehr ruhig beginnt, um dann im fast psychedelischen Rock zu schwelgen: eine eher weniger zugängliche, aber nicht weniger guter Komposition, die sich trotzdem nachhaltig mit ihrer eher komplizierten Struktur ins Gedächtnis brennt. Fast verzweifelt sucht man ein schlechtes oder langweiliges und weniger ausgefeiltes Werk auf dieser CD, es ist aussichtslos, die Männer, die nun in Portland leben, kommen mit diesem Rockbrett, das auch das Tempo ab und zu drosselt, daher, da müssen nicht nur Genrefreunde zugreifen.

Anspieltipps:

  • Sugar Cinnemon
  • Telling Tellers
  • My Mind
  • Children
  • Sleeping Sleepers Sleep
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