The Electric Soft Parade - No Need To Be Downhearted - Cover
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The Electric Soft Parade No Need To Be Downhearted


  • Label: Truck Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Als im April 2002 das Debüt „Holes in the wall“ der Brüder Tom und Alex White die Plattenläden enterte, wütete bereits unter den Kritikern eine hysterische Glorifizierung des Melodieverständnisses der Beiden in den einschlägigen Musikzeitschriften und so wurde es schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin als eines der Alben des Jahres gehandelt. Der Nachfolger „The american adventure“ (02/2004) hinkte dem Erstling in keiner Weise nach, verfolgte jedoch eine weniger zugängliche Linie durch komplexere Arrangements. Danach wurde es still um die Briten und sie widmeten sich ihrer Zweitband, den Brakes. Zwischenzeitlich brachten sie zwar die EP „The human body“ (12/2005) heraus, von einem neuen Longplayer fehlte jedoch weiterhin jede Spur.

Erst ein Jahr später kündigte sich die Single „Life in the backseat“ als Vorgeschmack auf den kommenden Output an und präsentierte The Electric Soft Parade wieder von ihrer harmonieseligen Seite, die mehr die Britpop-Attitüde des Debüts in sich trug als an die Americana-Spuren des Nachfolgers anzuschließen. Und trotzdem: Nach dem ersten Durchgang ist die Freude über die Rückkehr der Gebrüder White noch etwas getrübt, da sich „No need to be downhearted“ nicht so recht erschließen will, obwohl die 12 neuen Kompositionen keineswegs verschachtelt oder besonders komplex aus den Lautsprechern perlen. Stattdessen ist es einfach die Fülle an Ideen und das breite Spektrum an verschiedenen Stimmungen, die den Hörer anfangs etwas überfordert.

Diesen Eindruck bestärken vor allem die beiden Stücke „Shore song / surfacing“ und „Cold world / starry nite #1“, da sie durch ihre zweigeteilte Struktur sowohl einen ambivalenten Charakter aufweisen, als auch dem Spannungsbogen nicht zuträglich sind. Tom und Alex hatten hier wohl versucht die Atmosphäre des Albums auf ein neues Level zu hieven, scheiterten aber prinzipiell daran, dass jeder ihrer Songs, sei er nun rockiger („Life in the backseat“, „If that´s the case, then I don´t know“, „Have you ever felt that it´s too late?“) oder fragiler und gesetzter („Woken by a kiss“, „Shore song“, „No need to be downhearted (Part 2)“), eine eigene Wirkung und Stimmung besitzt (bestes Beispiel ist die 9 Minuten-Komposition „Silent to the dark“ vom Debüt oder „Secrets“, dessen Aufbau so wunderschön, zärtlich und anmutig wie ein morgendlicher Sonnenaufgang gestaltet wurde) und somit der Fluss der Melodien durch das etwa zweiminütige, spannungsarme „Surfacing“ gestört wurde. „Starry nite #1“ funktioniert zwar etwas besser und könnte als Einleitung zum genialen, vor kleinen Details nur so strotzenden „Have you ever felt like it´s too late?“ erachtet werden, ohne diese beiden Instrumental-Zwischenspiele hätte „No need to be downhearted“ jedoch eine noch wesentlich kompaktere Vorstellung abgegeben.

Anspieltipps:

  • Secrets
  • If That´s The Case, Then I Don´t Know
  • Have You Ever Felt Like It´s Too Late?
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