Art Brut - It´s A Bit Complicated - Cover
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Art Brut It´s A Bit Complicated


  • Label: Labels/EMI
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

An die Leine gelegt. Sorgte das Debüt von Art Brut im Sommer des Jahres 2005 noch für einen Aufschrei in der von unzählig gehypten „Newcomern des Jahres“ müde geworden zu scheinenden Indie-Szene, so ist der Albumtitel ihres Nachfolgers leider Programm. „It’s A Bit Complicated“ hat mit dem rauen und ungestümen Charme von „Bang Bang Rock N’Roll“ leider nicht mehr viel gemeinsam. Den räudigen rockenden Straßenköter haben Art Brut gegen einen fast schon poppigen, frisch gewaschenen, mit rosa Schleife auf dem Kopf dekorierten Yorkshire-Terrier ausgetauscht. Aber zugegeben: Nach einem solch atemberaubenden Debüt, wie das des Quintetts aus London, hat es wohl jede Band schwer etwas ebenbürtiges nachzulegen.

Einzig der fast schon Sprechgesang ähnliche und mit markant britischem Akzent versehene Gesang von Frontmann Eddie Argos erinnert hier noch an die musikalischen Streiche der ehemals so unangepasst agierenden Briten. Aber was auf Art Brut Schlachtruf-Debütsingle „Formed A Band“ oder dem lässig schrägen „Emily“ noch ungebürstet, frisch und frech daherkam, klingt auf vielen Songs der neuen Scheibe schlicht überproduziert und zu Melodienüberladen. Vom poppigen und radiotauglichen Opener „Pump Up The Volume“ zum harmlosen und blassen „People In Love“ oder dem musikalisch verdächtig stark nach Weezer klingenden und aufgeblasenen „I Will Survive“.

Das wirkt in der Tat alles ein bisschen kompliziert. Auch die für eine britische Band mittlerweile ja fast schon obligatorische deutsche Textzeile im Lied, können sich Art Brut hier nicht verkneifen. Auf „St. Pauli“ skandiert Eddie Argos in beinahe perfektem deutsch: „Punkrock Ist Nicht Tot!“. Recht hat er. Aber im Gegensatz zu den meisten Songs, gehört eben jener zusammen mit der ersten Singleauskoppelung, dem verrückten Tanzflächen-Stürmer „Direct Hit“ und dem stampfenden und polternden „Post Soothing Out“ zu den rar gestreuten Highlights des Albums.

Im Großen und Ganzen kommt „It’s A Bit Complicated“ leider nicht über den Status einer durchschnittlichen Platte hinaus. Auf die durchgeknallte Extravaganz und den wilden Sturm und Drang des Erstlings wartet man vergebens und es bleibt zu wünschen, dass Art Brut in Zukunft auf ihren niedlichem Schoßhund verzichten und stattdessen wieder mit einem kläffenden und tobenden Köter um die Häuser ziehen werden

Anspieltipps:

  • Direct Hit
  • St. Pauli
  • Post Soothing Out
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