Ulme - Dreams Of The Earth - Cover
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Ulme Dreams Of The Earth


  • Label: Nois-O-Lution/INDIGO
  • Laufzeit: 63 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ulme? Die gibt es noch? Und Wie! Nach über sechsjähriger Abstinenz melden sich die Gebrüder Heesch zurück. Nach der zwischenzeitlichen Trennung im Jahre 1999 gab die Hamburger Band Ulme im Sommer 2006 mit der „The Glowing“ EP erstmals wieder ein musikalisches Lebenszeichen von sich. Das dies lediglich der wolkenbehangene Vorbote eines wütenden, wie auch monströs herannahenden Noise-Rock Gewitters namens „Dreams Of The Earth“ sein würde, ahnt zu dieser Zeit noch niemand. Mit neuem Bassisten (Tim Liedtke, Ex-Sissies) an Bord, klingen Ulme anno 2007 wuchtiger, stürmischer, aggressiver, aber auch transparenter als je zuvor. Ihr mittlerweile fünftes und erstmals komplett in Eigenregie produziertes Studioalbum, erinnert mit seinem mächtigen und zum Teil auch schwermütigen Sound an Stone-Rock Größen wie die legendären Kyuss, Josh Hommes’ Queens Of The Stone Age oder Tool.

Bereits das bis auf die Zähne bewaffnete „The White Hallways“, auf dem sich eine ungeahnt gewaltige Energie zu entladen scheint, wie auch das darauf folgende, etwas zugänglichere und wie eine Armada aus Gitarrenpanzern und Drumtornados auf den Hörer zurollende „Trapped In The Absurd“ stellen zu Beginn gleich eines klar: Ein Entkommen wird es nicht geben! Auch nicht vor dem epischen, fast zehnminütigen, zerrissenen und ungezügelten „Secluded“. Dieser Song könnte auch einer der berüchtigten Wüstenaufnahmen der „Dessert Sessions“ entsprungen sein. Auf „Isa“ offenbaren Ulme ihre melodische Seite, um kurz darauf mit „Coagulation In The Morning “ eine von presslufthammerartigen Drums traktierte und wütende Schreitiradenattacke zu fahren.

Die Songs auf „Dream Of The Earth“ sind fast alle mit einer beachtlichen Länge gesegnet und funktionieren auch vielleicht deshalb so wunderbar als homogene Einheit. Der eingängige und mit weitem Klanghorizont versehene Titeltrack, ebenso wie das diffuse, von Rhythmuswechseln gezeichnete und gewaltig einschüchternde „Amber Eyes“. Erst mit dem letzten Song scheinen die Kräfte zu schwinden und Ulme leiten mit „Moonlight“ einen akustischen, und im Vergleich mit den vorherigen Liedern, fast schon besinnlich ruhigen Abschluss eines außerordentlich intensiven Albums ein.

Ulme sind wütend und stark und voller leidenschaftlicher Energie. Ulme sind gedankenvoll, elegisch und harmonisch. Ulme sind unverkennbar! „Dreams Of The Earth“ ist die beeindruckende Widerauferstehung einer fast schon tot geglaubten Band.

Anspieltipps:

  • The White Hallways
  • Trapped In The Absurd
  • Secluded
  • Amber Eyes
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