Suzanne Vega - Beauty And Crime - Cover
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Suzanne Vega Beauty And Crime


  • Label: Blue Note/EMI
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

In 22 Jahren sieben Alben zu produzieren, scheint keine große Leistung zu sein, aber Qualität braucht ihre Zeit. Suzanne Vega hat seit der letzten Studio-CD sechs Jahre lang pausiert, um nun ihrer Heimatstadt New York ein musikalisches Denkmal zu setzen. Elf natürlich selbst komponierte Songperlen lassen keinen Zweifel aufkommen: Vega schreibt sehr gute Songs und singt in unnachahmlicher sanfter Weise ihre parabelreichen Texte, da passt alles zusammen. Im Grunde hat sich Suzanne Vega den folkigen Charme ihrer Werke aus den Anfangstagen in den 80er Jahren erhalten und durch moderne Arrangements zeitlose Kunst geschaffen. Gesanglich wird sie bei einigen Tracks von ihrer 13jährigen Tochter Ruby und K.T. Tunstall im Background unterstützt, obwohl Vegas Akustikgitarre und ihre zarte Stimme sehr oft die Einheit bilden, die man nicht überhören will.

Schon der Opener klingt sehr frisch und die flotten Drums zeigen, dass Suzanne Vega auch schnellere Popsongs komponieren kann. Danach wird es eindringlicher und beschaulicher, die Sängerin spielt in Zusammenarbeit mit Produzent Jimmy Hogarth (James Blunt, James Morrison, K.T. Tunstall) ihre Stärken aus: Nachdenkliche Texte und einfache, aber einprägsame Melodien, die von der etwas dunkleren Stimme in die richtige Richtung dirigiert werden. „Frank & Ava“ schlägt etwas schwungvollere Töne an und der Tempowechsel steht Vega auch sehr gut. „Bound“ belebt die CD durch düstere Töne, Geigen unterstreichen den etwas dunkleren Charakter des Tracks. „Unbound“ hat nach kurzem elektronischen Teil auch eine gewisse Anziehungskraft, weil die treibenden Drums bei Mrs. Vega nicht so oft vorkommen, obwohl zum Schluss das ganze ein wenig monoton klingt.

Der Abwechslungsreichtum nötigt Respekt ab. Suzanne Vega schlägt zeitweise neue, poppigere Pfade ein und lässt ihre Folkvergangenheit nicht immer durchkommen, sondern experimentiert gern mit anderen Elementen. Einige Songs brauchen ein wenig Anlaufzeit, erreichen dann aber die Nachhaltigkeit, die sie die Durchschnittshürde locker überspringen lassen. Leider hat der Longplayer keine absolut herausragenden Tracks, doch die elf Songs bilden eine harmonische Einheit, die vor allem hohe Qualität im Songwriting beinhalten. Welcher Künstler schafft das heute noch?

Das Comeback von Suzanne Vega nach sechs Jahren, die im heutigen Musikbusiness Lichtjahre bedeuten, kann nur als gelungen bezeichnet werden. Sie erreicht nicht die Klassikerqualitäten ihres Debütalbums, aber das wäre auch eine zu hohe Hürde. Die Spieldauer von 34 Minuten erscheint zwar auf den ersten Blick negativ, doch entschädigt die hohe Qualität dafür.

Anspieltipps:

  • Zephyr & I
  • New York is an woman
  • Frank & Ava
  • Bound
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