Alice Cooper - Along Came A Spider - Cover
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Alice Cooper Along Came A Spider


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Abwechslung, Hingabe und Herzblut in Reinkultur.

40 Jahre Alice Cooper sind ohne Frage ein Grund zum Feiern. Schließlich hat Vincent Furnier mit seiner Schockrock-Truppe stolze sechs mit Platin- und zwei mit Gold veredelte Alben in seiner Diskographie vorzuweisen und begeistert immer wieder aufs Neue nicht nur Hardcore-Fans mit seinen regelmäßig erscheinenden Alben. Mit „Along came a spider“ gibt es neben den vier Jahrzehnten im Rockbusiness allerdings auch das 25. Studioalbum zu bejubeln, welches einen musikalischen Streifzug durch das bisherige Schaffen des mittlerweile 60jährigen vollführt. Im Zentrum des Konzeptwerkes steht der Serienmörder Spider, der acht Menschen töten will um sich eine eigene Spinne zu erschaffen, worauf hinaus er von seinen Opfern jedes Mal ein Bein als Souvenir mitnimmt um sie anschließend in ein Seidennetz einzuspinnen.

Dieser Vorgang wird in einem der besten Songs des Albums, nämlich „Wrapped in silk“, mit arschcoolem Garage Rock unterlegt, während Cooper die Text-Passage „You should be wrapped in silk / I´ll make the dream come true tonight” in gewohnt theatralischer Art und Weise zum Besten gibt, wodurch „Along came a spider“ wie jedes Album zuvor den größten und nachvollziehbarsten Anreiz überhaupt bietet und das ist Alice Cooper selbst. Es kommt natürlich nicht von ungefähr, dass jüngere Generationen wie Marilyn Manson oder diverse andere Metal/Rock-Bands sich auf den Großmeister des Grusel- und Schockrocks beziehen, denn was er auf Album Nummer 25 bietet, ist Abwechslung, Hingabe und Herzblut in Reinkultur. Dummerweise hinkt die musikalische Seite hier etwas hinten nach und dürfte selbst Langzeitfanatikern etwas zu langweilig geraten sein.

Zwar eröffnet die Platte hervorragend düster und schaurig mit einem weiblichen Spoken Word-Intro, das den Hörer gleich in die Geschehnisse und Gräueltaten von Spider einführt („We found his diary today. He wrote it in great detail. How cleverly he planned all the killings. How precisely he executed his insane phantasies.”) um anschließend stampfenden Drums Platz zu machen, die in den mit Handclaps und Tamburin ausstaffierten Track „I know where you live“ überleiten, der sich allerdings zu einem recht biederen 70er Rocksong mausert. Anschließend ergreift Gitarrist Slash das Ruder und darf in „Vengeance is mine“ ein wenig an seiner Gitarre herumspielen und so den härtesten Song der Platte stellen, während „Wake the dead“ mit Mundharmonika und Psychedelic-Wurzeln zuviel des Guten ist und ziemlich auf die Nerven fällt. Ähnlich verhält es sich mit dem poppigen Rocker „Catch me if you can“, der ideenmäßig im Kreis rotiert, bis „(In touch with) Your feminine side“ den Garagenrock-Teppich für „Wrapped in silk“ ausbreitet und von der reichlich schmalzigen Ballade „Killed by love“ abgelöst wird.

„I´m hungry“ wünscht sich erneut klatschend, tamburinschwingend und „Wo ho“-rufend die 70er herbei, dafür wildert „The one that got away“ wieder stärker in Hardrock-Gefilden um den grandiosen Höhepunkt mit dem Musical-ähnlichen „Salvation“ lautstark ankündigen zu können. Den Abschluss krönt die hart rockende und mit Streichern versetzte midtempo-lastige Offenbarung „I am the spider“, in der Cooper als Spider seinen Opfern ein letztes Mal seine Überlegenheit demonstriert („I am your healer / I am your dealer / I am your angel, let´s pretend / I´m your jailer / I´m your failure / I´m the reaper in the end“) und sein Konzeptwerk zu einem würdigen Ende führt. Damit ist „Along came a spider“ weder ein Totalausfall noch ein Meisterwerk, aber auf jeden Fall ein ambitioniertes Spätwerk des 60jährigen Schockrockers. Und auf die Live-Darbietung der Platte dürfen wir ohnehin alle gespannt sein.

Anspieltipps:

  • Salvation
  • Wrapped In Silk
  • Vengeance Is Mine
  • I Am The Spider / Epilogue

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