Def Leppard - Songs From The Sparkle Lounge - Cover
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Def Leppard Songs From The Sparkle Lounge


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Hier regiert einfach blanker Durchschnitt. Und damit belegen Def Leppard plötzlich eine ganz gefährliche Position: Sie sind einem egal.

Dass die Spannen zwischen den regulären Albumveröffentlichungen seit dem Mega-Knaller „Hysteria“ (1987) immer länger wurden, ist für Def-Leppard-Fans eine alte Geschichte – nur die Hintergründe haben sich mittlerweile geändert. Früher koppelten Def Leppard locker ein halbes Dutzend Singles pro Album aus, tourten um die ganze Welt und mussten irgendwie auch noch dafür sorgen, dass neue Songs geschrieben wurden. Da sind vier, fünf, sechs Jahre, getrieben vom Erfolg, gar nichts.

Zwischen dem soliden „Euphoria“-Album (1999) und der Katastrophe „X” (2002) vergingen zwar nur drei Jahre, aber danach folgte – wie üblich – lange Zeit nichts Neues aus dem Hause Def Leppard. Wahrscheinlich saß der Schock bei den Musikern zu tief, dass eine der größten Rockbands aller Zeiten (über 65 Millionen verkaufte Alben) künstlerisch und kommerziell so abstürzen konnte. Als eine Art entspannendes Spaßprojekt wurde 2006 das Coveralbum „Yeah“ eingeschoben, mit dem wieder etwas Boden gut gemacht werden konnte. Doch erst jetzt, sechs Jahre nach „X“ gibt es mit „Songs From The Sparkle Lounge“, neues eigenes Material der Briten. Und auch das haut den erwartungsfrohen Hardrockjünger nicht vom Sockel.

Def Leppard waren schon immer Meister poppiger Melodien. Daran gibt es keinen Zweifel. Doch erst die Kombination mit den harten Gitarrenklängen machte aus den Songs etwas Besonderes. Damit hoben sich Def Leppard musikalisch von der Masse ab und wurden umgekehrt für das Publikum massentauglich. Poppige Melodien beherrschen Joe Elliott (Gesang), Phil Collen (Gitarre), Vivian Campbell (Gitarre), Rick Savage (Bass) und Rick Allen (Drums) noch immer. Leider ist ihnen inzwischen die Eingängigkeit verloren gegangen. Und von echter Härte spricht heute auch keiner mehr.

Ohne ihren Überproduzenten Robert John „Mutt“ Lange (AC/DC, Foreigner, Shania Twain) hat das Quintett völlig entspannt und locker elf Tracks aufgenommen, die zum Großteil auf der letzten Tournee zusammen mit Journey entstanden sind. Diese Lockerheit hört man den „Songs From The Sparkle Lounge“ auch an – im negativen Sinne. Ohne Biss schrubben die Herren Songs – im wenigstens typischen Def-Leppard-Sound – herunter, die mal mehr („Go“), mal weniger rocken („Nine lives“), etwas nach Glamrock klingen („C’mon C’mon“) oder dreist bei Queen abkupfern („Love“). Natürlich darf auch ein Power-Popsong für die Charts nicht fehlen („Tomorrow“), der zur Abwechslung einigermaßen gelungen ist. Ansonsten herrscht leider Langeweile. Denn „Songs From The Sparkle Lounge“ ist noch nicht mal so schlecht, dass man sich darüber aufregen könnte. Hier regiert einfach blanker Durchschnitt. Und damit belegen Def Leppard plötzlich eine ganz gefährliche Position: Sie sind einem egal.

Anspieltipps:

  • Go
  • Nine lives
  • Tomorrow
  • Cruise control
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