Judas Priest - Nostradamus - Cover
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Judas Priest Nostradamus


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 103 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

14 Songs auf zwei CDs, zusammengehalten von neun ausgedehnten Intros und insgesamt über 100 Minuten Musik.

Im nächsten Jahr können wir 40 Jahre Judas Priest feiern. Die Briten gelten als eine der einflussreichsten Heavy-Metal-Bands aller Zeiten und als Speerspitze der „New Wave of British Heavy Metal”-Bewegung. Doch schon jetzt machen sich Rob Halford (Gesang), Glenn Tipton (Gitarre), K.K. Downing (Gitarre), Ian Hill (Bass) und Scott Travis (Drums) ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk, indem sie ein ambitioniertes Konzeptalbum über die Lehren und Voraussagen des kontroversen Propheten Michel de Nostredame („Nostradamus“) veröffentlichen.

14 Songs auf zwei CDs, zusammengehalten von neun ausgedehnten Intros und insgesamt über 100 Minuten Musik, sind die Rahmenbedingungen dieses monumentalen Albums, mit dem sich Judas Priest auf das gefährlich glatte Parkett eines Heavy-Metal-Musials begeben, auf dem schon Manowar grandios ausgerutscht sind. Wie sehr Band und Label an das Projekt glauben, zeigen schon die über die normale 2-CD-Version hinaus erhältlichen, äußerst opulenten und limitierten Box-Sets in Form eines Digi-Books bzw. als Rundumglücklichpaket mit drei LPs, zwei CDs, einem 48-seitigem Hardcover-Buch plus Riesenposter in einer überdimensionierten Pappschachtel. Hier hat sich jemand sehr viel Mühe gegeben und jede Menge Blut, Schweiß und Liebe investiert.

Ohne Zweifel bestand auch bei „Nostradamus“ die Gefahr, dass das Ganze wie bei Manowar den Bach runter gehen könnte: Lange Zwischenspiele mit Hörspielcharakter, Orgelpassagen, Streicher, weibliche Opernchöre und „Synthesized Guitars“ – als die Fans davon hörten, war das Zittern groß. Würde sich die nächste Metal-Institution blamieren? Und alles nur, weil Tour-Manager Bill Curbishly auf die irre Idee kam, dass Judas Priest den alten Recken von The Who („Tommy“) nacheifern sollen. Ja, die Gefahr war in der Tat groß, doch Priest machen nicht den Fehler, ihren angestammten Klangkosmos zu sehr der mittelalterlichen Thematik unterzuordnen. Zwar fechten die Gitarren einen harten Kampf gegen den klanglichen Bombast aus, setzen sich aber immer wieder durch und verzücken mit schneidigen Riffs und starken Melodien („New beginnings“, „Visions“, „Peace“, „Alone“, „Conquest“).

Dem ungeachtet ist auf „Nostradamus“ nicht der klassische Heavy Metal zu finden, wie ihn der Hörer von Judas Priest kennt und erwartet. Doch in dieser Form vorgetragen, ist den Birminghamern ein progressives Sahnestückchen geglückt, das eine Sonderstellung im Priest-Back-Katalog einnehmen wird. Denn im Gegensatz zu Manowar haben Judas Priest das Wichtigste an so einem ambitionierten Projekt wie diesem nicht aus dem Auge gelassen: Die Musik!

Anspieltipps:

  • Peace
  • Alone
  • Visisons
  • Conquest
  • Nostradamus
  • Lost in love
  • New beginnings
  • Pestilence and plague

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