Whitesnake - Good To Be Bad - Cover
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Whitesnake Good To Be Bad


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 59 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon nach gut 20 Minuten hat der Hörer genug und macht sich wie ein blindes Huhn auf die Suche nach einem Korn.

Da sind sie wieder. Geschlagene elf Jahre seit der letzten Whitesnake-Langrille „Restless heart“ (1997) und weitere acht seit dem Vorgänger „Slip of the tongue“ (1989) sind ins Land gezogen, bis Bandgründer und Sänger David Coverdale wieder mit halbwegs festem LineUp (Doug Aldrich (Gitarre), Reb Beach (Gitarre), Uriah Duffy (Bass), Timothy Drury (Keyboard) und Chris Frazier am Schlagzeug) einen neuen Hardrocker einspielen ließ. Leider folgt die Enttäuschung nach dieser langen Wartezeit auf dem Fuß, denn „Good to be bad“ ist nicht ansatzweise ein Neuanfang oder eine glorreiche Rückkehr zu den Klassikern der Truppe, die Mitte bis Ende der 80er Jahre ihre kommerzielle Hochphase verbuchen konnte.

Bereits der Opener „Best years“ legt Zeugnis über das größte Manko der neuesten Scheibe aus dem Hause Whitesnake ab. Nach kurzem Vorgeplänkel brechen die Gitarren los, das Keyboard versucht sich zu behaupten, geht im Druck der schlängelnden Riffs unter, bis Coverdale das Mikro an sich reißt und den letzten Funken Ordnung im Gefüge des Songs zunichte macht. Auf diesem Niveau verharrt der Track dann, genau so wie der Großteil der restlichen Platte. Selbstreflexion oder kompakteres Songwriting scheint für Coverdale auf „Good to be bad“ nach etwa 40 Jahren im Musikgeschäft plötzlich ein Fremdwort zu sein. Ausdifferenzierte Melodien sind nebensächlich, Hauptsache alles klingt modern, druckvoll und knallt ordentlich rein, sodass etwaige auftretende Schwächen sofort im Keim erstickt werden. Vorbei die Zeiten als ein Rocksong im Mittelteil kurz in sich ging um in der zweiten Hälfte noch einmal ordentlich loszulegen und so eine spezielle Wirkung entfaltete.

Schon nach gut 20 Minuten hat man jedoch davon erst einmal genug und macht sich wie ein blindes Huhn auf die Suche nach einem Korn. Zwar gibt es mit dem einfallslosen, hymnisch-balladesken Stadionrock in „All i want all I need“, der an Led Zeppelin orientierten Rocknummer „Lay down your love“, der mit kitschigem Text versetzten Lagerfeuer-Romanze „`Til the end of time“ und dem herausstechenden, blues-verzierten „A fool in love“ durchaus positive Aspekte, dennoch stellt sich die Frage, ob das nett gemeinte Wortspiel „Good to be bad“ nicht doch anders gemeint war. Wie dem auch sei, nach mehreren Durchgängen verblasst das Material der neuen Whitesnake immer mehr, wodurch ein Langzeiteffekt wohl nur den treuesten Fans vorbehalten sein wird. Vielleicht wäre es mal Zeit über die Pension nachzudenken, denn auf diese Art und Weise macht das alles keinen Spaß mehr.

Anspieltipps:

  • A Fool In Love
  • Good To Be Bad

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