Poison - Poison´d! - Cover
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Poison Poison´d!


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Weit über 20 Jahre im Rockbusiness, mehr als 25 Millionen Tonträger verkauft, alle Höhen und Tiefen mitgemacht, den Rock’n’Roll-Lifestyle gelebt – klar, dass einem da nicht mehr soviel Neues einfällt. Die Band Poison, die Mitte der Achtziger zusammen mit Cinderella, Mötley Crüe, Guns ’N Roses und Bon Jovi um die Vorherrschaft im Hardrock buhlte, schlägt sich deshalb seit Jahren mit Alben durch, von denen nur noch ganz harte Fans Notiz nehmen. Oder kennt hier jemand allen Ernstes Werke wie „Power To The People“ (2002) und „Hollyweird“ (2002)?

Anders verhält es sich bei „Look What The Cat Dragged In“ (1986) und „Open Up And Say... Ahh!“(1988), die mit Evergreens gespickt sind und echte Klassiker des 80er Jahre Hardrock sind. Davon zehrt die Band noch heute und bringt nicht ganz pünktlich zum 20jährigen Plattenjubiläum das 70er Jahre Coveralbum „Poison’d!“ heraus. Mit dieser Wahnsinnsidee konnten zuletzt weder Ozzy Osbourne („Under Cover“, 2005) noch Def Leppard („Yeah!“, 2006) einen Blumentopf gewinnen, aber macht ja nichts. Wenigstens kann sich keiner über die Qualität der Songs beschweren, die Bret Michaels (Gesang), CC Deville (Gitarre), Bobby Dall (Bass) und Rikki Rockett (Drums) darbieten.

Insgesamt 13 Coverversionen haben die Amerikaner im Gepäck, wobei fünf bereits auf anderen Alben zu finden sind: „Rock ’n roll all night” (Kiss) auf dem Soundtrack zu „Less Than Zero“, „Squeeze box“ (The Who) auf „Hollyweird“, „You don’t mess around with Jim” (Jim Croce) auf dem Re-Release von „Look What The Cat Dragged In“, „Your momma don’t dance“ (Loggins & Messina) auf „Open Up And Say... Ahh!” und last but not least „We’re an american band” (Grand Funk Railroad) auf „The Best Of Poison: 20 Years Of Rock”. Bleiben also acht neue „alte” Songs u.a. von Künstlern wie David Bowie, Tom Petty, The Rolling Stones und Alice Cooper, die von Don Was (Iggy Pop, Elton John, Joe Cocker) produziert wurden.

Auch wenn die Wahl der Coversongs nicht auf die üblichen Verdächtigen aus der ersten Reihe gefallen ist, bekommt der einigermaßen „gebildete“ Hörer reichlich bekanntes Material vorgesetzt, das von Poison auf souveräne Art, aber nie sonderlich spannend, weil großartig anders arrangiert, nachgespielt wird. Somit setzt „Poison’d!“ ausschließlich auf den Faktor Spaß und erfüllt damit im Prinzip die Erwartungen. Denn eines konnte diese Band immer ganz hervorragend: Eingängige Gassenhauer wie „Can’t you see“, „Dead flowers“, „We’re an american band“ und „Your momma don’t dance“ auf mitreißende Art und Weise performen. Das ist 80er Jahre Stadionrock, wie er authentischer nicht sein könnte. Ein Fest für Fans.

Anspieltipps:

  • Squeeze box
  • Can’t you see
  • I need to know
  • Rock ’n roll all night
  • We’re an american band
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