Guitar Wolf - Dead Rock - Cover
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Guitar Wolf Dead Rock


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das neue Album von Guitar Wolf beinhaltet alle Qualitäten, welche die Band seit Jahren auszeichnen. Ausgefeilte, mehrstimmige Gesangslinien, fragile Gitarrenarrangements und Songs zum Träumen findet man ganz sicher also NICHT. Hier regiert der Punk, und zwar von der ganz besonders trashigen Sorte, direkt aus der Garage.

Längst hat sich die Band aus dem Tokyoter Freakviertel Harajuku (man muss es selber gesehen haben, wie die Leute da rumlaufen) weltweit eine beinharte Fangemeinde erspielt und sogar ein eigener Film wurde ihnen gewidmet. In „Wild Zero“ metzeln sie sich mit ihren Instrumenten durch Heerscharen von Zombies. Auf ihren Konzerten geht es nicht weniger zimperlich zu, da wird schon mal die ganze Bühne zerlegt. Absoluter Kult oder totaler Schrott? Ganz klar: Guitar Wolf rulen!

Eine Zeit lang sah es jedoch so aus, als ob die Tage der Band gezählt seien. Nach einer US-Tour verstarb Bassist Billy (Bass Wolf) ganz plötzlich an einem Herzinfarkt. Er wurde gerade einmal 38 Jahre alt. Doch anstatt die Gitarre an den Haken zu hängen, überwanden die verbliebenen Bandmitglieder Seiji und Toru ihren Trauer und fanden mit UG einen neuen Mitstreiter, der auch alle Vorraussetzungen für die Aufnahme bei Guitar Wolf erfüllte: Er konnte keinen Ton auf dem Bass spielen.

Und so schafft es das japanische Trio auch in der neuen Besetzung wahre Urgewalten zu erzeugen. Die dreizehn Songs auf „Dead Rock“ bewegen sich nahe an der Grenze zum Wahnsinn. Mal klingt es wie die Ramones auf einem wirklich miesen Trip, mal wie die Misfits an einem ziemlich abgefuckten Tag und dann wieder wie ein durch schwarze Magie wiedererweckter Zombie-Elvis. Die Gitarre ist gnadenlos übersteuert, Bass und Schlagzeug holtern und poltern sich scheppernd durch die Landschaft, Rückkopplungen sind allgegenwärtig und von Seijis Gesang ist so gut wie kein Wort zu verstehen, selbst wenn man das Booklet zur Hand nimmt. Dieses Rezept ziehen Guitar Wolf mit beeindruckender Energie auf voller Albumlänge durch. Bei diesem Sound bleibt wirklich kein Stuhl in einem Stück. Man muss diese Art Musik ganz sicher nicht mögen, doch wer sie nicht hasst wird sie absolut lieben. Wie gesagt: Kult!

Anspieltipps:

  • Dead Rock
  • Sex Napoleon
  • Wild Bikini Girl
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