Radiohead - The Bends - Cover
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Radiohead The Bends


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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9.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das ist Brit-Music, wie man sie hören will. Danke eure Majestät, Radiohead.

Jahrelang prügeln Blur und Oasis gegenseitig auf sich ein und was ist der Dank für all den schönen Medienrummel. Ein neuer König des BritPop hat den Thron erklommen: Radiohead. Ihr durchaus viel versprechendes Debüt ließ mit der Übersingle „Creep“ auf Einiges hoffen. Jetzt sind sie zurück und sie sind wahrlich besser als zuvor und können allen Erwartungen gerecht werden. Behauptungen, dass auf dem neuen Album nur Variationen des Superhits seien kommen gar nicht erst auf. Auf der neuen LP „The Bends“ wartet BritPop-Rock vom Feinsten auf den begierigen Hörer, doch hier wird nicht in Langeweile gebadet, wie es bei Gallagher und Mannen oft vorkommt und auch Übertreibungen wie sie einem Albarn passieren kommen nicht zu Stande. Geniale, fräsende Melodien treffen den richtigen Touch Individualität und Experimentierfreude.

Gleich der Beginn mit „Planet Telex“ gibt den Geist des Albums gut wieder. Der Song wächst mit jedem Mal und abgesehen davon innerhalb sich selbst auch. Wie der Song an Dichte und Atmosphäre gewinnt durch den richtigen Einsatz von Gitarre und Elektronik ist nahezu tadellos. Der Titelsong personifiziert den Brit-Rock wie man ihn gerne öfter hören würde. Ein absoluter Klassetrack der von der Stimmung an „Creep“ erinnert ist „High and Dry“. Es ist schier unmöglich die sanfte Akustikgitarre nach erstem Hören zu vergessen. Es fällt schwer nicht den Repeatknopf zu drücken und die Lautstärke aufzudrehen. „Fake Plastic Trees“ steht dem in nichts nach, doch neben dem fantastischen Vorlied erscheint das langsame Stück beinahe blass. Mit „Bones“ zeigen Radiohead wieder ihr Genie einfache Melodien zu großartigen Stücken zu machen. Ein Lied das sich bis zum Refrain auf dem Niveau des rockigeren „The Bends“ halten kann. Der Refrain ist dann einfach nur zu schön um wahr zu sein.

Mit der zweiten Hälfte wird es ein wenig ernster und dichter. „Nice Dream“ ist fast bis zum Bersten mit Klängen gefüllt um gegen Ende ein völlig verrücktes Gitarrensolo abzuliefern. Es überrascht den Hörer inzwischen nicht mehr, weil das Album einfach vor Ideen platzt. Von der EP ist „Iron Lung“ schon bekannt. Der endgültige Beleg, dass ein Refrain alleine einen Song um Klassen heben kann. Nicht einmal, dass die starken Strophen das nötig hätten. Aber auch Balladen à la „Bullet Proof… I Wish I Was“ stehen den rockigen Gitarrensounds der restlichen Tracks in Nichts nach. Besonders herauszuheben ist das große Fade Out: „Street Spirit“. Keine Ballade, kein wirklicher Rocksong im üblichen Sinne. Große (negative) Gefühle verpackt in Molltöne und einen traurigen Thom Yorke, der gerade in den nicht so pompösen Stücken die Wirkung seiner Stimme entfalten lassen kann. Das ist Brit-Music, wie man sie hören will. Danke eure Majestät, Radiohead.

Anspieltipps:

  • High and Dry
  • Bones
  • Street Spirit (Fade Out)
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