Yellowcard - Paperwalls - Cover
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Yellowcard Paperwalls


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit „Ocean Avenue“ aus dem Jahr 2004 schwimmen die Kalifornier auf der Erfolgswelle des emotionalen Pop-Punk (formerly known as Emo-Punk), ohne ihre eigenen Ansprüche aus den Augen zu verlieren und besonders durch den Einsatz von Sean Mackin als Violinisten für Pluspunkte in der Kreativitäts-Sparte zu sorgen. Natürlich ist auch bei Yellowcard der mundgerecht geformte melodische Punk samt Balladen-Pflichtprogramm ein Trumpf, der besonders leicht auszuspielen und vielleicht auch genau so leicht zu vergessen ist. Doch neben Skater-Punk und Hello Kitty-Girlie wird auch der genre-hoppende Musikbegeisterte mehr als ein genussvolles Ohr an „Paper Walls“ verlieren. Nach dem verspielt gewagten „Lights And Sounds“ und einer übersättigten Stimmung in der Band, die sie Monate lang verschiedene Wege gingen ließ, begegnet uns das neue Album mit einer erneut mitreißenden Leichtigkeit, welche dringlicher als zuletzt von Produzent Neal Avron (New Found Glory, Everclear) veredelt wurde. Es macht Spaß und bleibt dabei nicht ohne zuckersüße Raffinessen, die glücklich gewählt aus „Paper Walls“ ein starkes Album machen.

„The Takedown“ spielt gleich viele Stärken der Amerikaner aus und gibt mit druckvollen Drums, einschneidenden Gitarren und Breaks, die nicht zuletzt von der Violine unnachahmlich verziert werden, eine poppige Punk-Richtung vor, welche Sänger Ryan Key mit schmachtender Stimme noch hymnischer werden lässt. Auch Neuzugang Ryan Mendez an der Gitarre begeistert mit euphorischen Gitarren-Riffs, um beim zweiten Song namens „Fighting“ das hohe Tempo beizubehalten und melodische Herzlichkeiten en masse nachzulegen. Eben dieses energetische Treiben wechselt sich auf höchst ansteckende Art und Weise mit ruhigen Pop/Folk-Stücken ab, wodurch die gesamte Scheibe an Nachhaltigkeit gewinnt und man sich wirklich stundenlang nur in dieser Wohltat aus unbedarfter Süßlichkeit suhlen kann. „Shadows And Regrets“ ist im Gegensatz zum hyperaktiven „Five Becomes Four“ (man höre diese Hochgeschwindigkeitparts der Violine und staune...) ein lockerer Folk-Entwurf, dem immer noch die markante Skater-Mentalität von Yellowcard innewohnt und keineswegs aus dem Rahmen fällt.

„Dear Bobbie“ macht mit dem von Ryan Keys Großvater vorgelesenen Liebesbrief an seine Frau, den er vor sage und schreibe 58 Jahren verfasst hat, den überaus gelungenen Reigen komplett, in dem fast schon reine Folk-Elemente und Piano-Tupfer samt sich schwelgerisch entfaltender Geige kurzzeitig eine wunderbare Ruhe ausstrahlen. Da kann man sich einfach nur zurücklegen, die Abendsonne genießen und in ein strahlendes Meer aus Punkrock, Folk und dem großen Fundus an großen Melodien tauchen.

Anspieltipps:

  • The Takedown
  • Light Up The Sky
  • Five Becomes Four
  • Dear Bobbie
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