Savath And Savalas - Golden Pollen - Cover
Große Ansicht

Savath And Savalas Golden Pollen


  • Label: Anti Records/SPV
  • Laufzeit: 53 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Anti Records ist das zuhause für seelenvolle, oft höchst andersartig und anspruchsvoll gestaltete Musik mit Folk/Psychedelic-Hintergrund, die von Elliott Smith über Danny Cohen bis hin zu Tom Waits sowie Nick Cave reicht. Selten leicht verdaulich und dabei meist eine Entdeckung wert. So auch bei dem seit 1998 als Savath & Savalas bekannten Multi-Instrumentalisten Scott Herren, der mit einer Schar von Gästen (u.a. José Gonzalez) das neue Album „Golden Pollen“ in New York und Chicago aufgenommen hat und südamerikanische Leidenschaft in Schwermut bettet, um durch träumerische Soundlandschaften tief in die teils alptraumhaften, schlafwandlerischen Szenarien einzutauchen.

Es braucht seine (mindestens) vier, fünf Durchläufe, bis sich dem Hörer die Melodien und skizzierten Songwriting-Künste entfalten und so etwas wie Faszination gepaart mit sonderbarer Verstörtheit entsteht. Die spanischen Lyrics tragen nicht gerade zum Verständnis der Songs bei, fügen sich aber stimmungsvoll in die von bekannten Strukturen losgelöste Atmosphäre und lassen das Andersartige in dem Potpourri aus lieblicher Stimme, kubanischen Instrumenten, Flamenco-Gitarren und dem guten, alten Moog-Synthesizer zünden, wenn man denn die nötige Geduld mitbringt. Ansonsten ist schnell die Verzweiflung nahe und der Zauber schon in der Entdeckungsphase erstickt.

Aufblühende Percussions, die klangvoll durch leicht destruktive Elemente gebrochen werden und so immer wieder die Spannung heben, sind in Verbindung mit vielfältigen Akustik-Gitarren und psychedelischen Synthie-Sounds das Herzstück bei Savath & Savalas. Zur Mitte von „Golden Pollen“ kann der Hörer dann sozusagen auch die Belohung für die geliehene Aufmerksamkeit einlösen und beginnend mit „Olhas“ sowie „El Solitario“ in poppigere Gefilde vordringen, die durch prägnantere Rhythmus-Parts formschöner abschneiden als der verstörend verspielte Auftakt. Bei aller Weitsicht muss man also festhalten, dass es selbst für den Liebhaber solch individueller Spielarten einer Eingewöhnungszeit bedarf und sich die Komplexität dieses Klangkosmos einigen sicher nicht entschließen wird. Ein Album für Freunde der südamerikanischen Musik-Akzente, deren experimenteller Anteil genau so Nerven rauben wie lang anhaltend mitreißen kann.

Anspieltipps:

  • Mi Hijo
  • Te Amo... Por Que Me Odias
  • El Solitario
Neue Kritiken im Genre „Folk“
Diskutiere über „Savath And Savalas“
comments powered by Disqus