Lifehouse - Who We Are - Cover
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Lifehouse Who We Are


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Weiterentwicklung ist dem Trio diesmal nicht abzusprechen.

Es soll ja Menschen geben, die beim Hören der aktuellen Bon-Jovi-Scheibe „Lost Highway” (06/2007) eingeschlafen sind. Klar, auf dem Album wird eben nicht (mehr) so richtig gerockt, wie es die New-Jersey-Rocker in der Vergangenheit zumindest streckenweise getan haben. Gerockt haben auch Lifehouse mal. Ganz am Anfang ihrer Karriere, auf dem Debütalbum „No Name Face“ (2000). Dann besann sich Jason Wade – Sänger, Gitarrist und Songwriter der Band – auf sein Talent für schmusige Songs mit zuckersüßen Melodien und seine Mitstreiter Rick Woolstenhulme (Drums) und Bryce Soderberg (Bass) folgten ihm artig. Der Erfolg der Alben „Stanley Climbfall“ (2002) und „Lifehouse” (2005) gab ihnen schließlich Recht, aber gutheißen musste man den schlagerartigen Akustik-Pop noch lange nicht.

Jetzt geht der „Spaß“ weiter – und siehe da, das vierte Lifehouse-Album „Who We Are“ unterscheidet sich zwar nicht wesentlich von seinen kritisierten Vorgängern, doch eine Weiterentwicklung ist dem Trio nicht abzusprechen. So wurde der Akustikanteil heruntergefahren und bei zwei, drei Songs wird jetzt tatsächlich eine Spur härter in die Saiten gegriffen („Disarray“, „The joke“, „First time“, „Who we are“). Sogar die bombastischen Arrangements wurden zugunsten luftigerer Kompositionen reduziert („Storm“ hat z.B. eine schöne, kleine Melodie. Der große Bums mit Orchester und Co. bleibt allerdings aus). Dadurch fällt das Werk im Ansatz ausgeglichener aus, wobei der Drang nach hymnischen Refrains auch auf „Who We Are“ nicht ganz abgeschüttelt werden konnte („Whatever it takes“). Jason Wade kann eben nicht aus seiner Haut und so ist das erneut zusammen mit Produzent Jude Cole (Beth Orton, Jewel, Billie Myers) eingespielte Dutzend Songs die logische Fortsetzung der vorangegangen Longplayer mit leicht variierenden künstlerischen Mitteln.

Obwohl „Who We Are“ ein gnadenlos eingängiges Mainstream-Album ist, das auch heuer ein paar böse Weichspüler im Programm hat („Mesmerized“, „Make me over“), erscheint die Song-Zusammenstellung diesmal ausgewogener und die Radiotauglichkeit nicht mit der Brechstange erzwungen. Nichtsdestotrotz haben Wade und seinen Mannen wie gewohnt jede Menge Radiofutter an Bord. An erster Stelle ist hier die mit Streichern versüßte Megaballade™ „Broken“ zu nennen, die sich sanft beim Hörer einschmeichelt, sowie ihr Akustik-Pendant „Easier to be“, das sich in verträumter John-Mayer-Manier („Your body is a wonderland“) ans Kleinhirn heranmacht. Es scheint fast so, als hätte sich auch bei Lifehouse eine Art Bon-Jovi-Effekt eingestellt. Man sieht einfach über die nicht zu knapp vorhandene Grütze hinweg und erfreut sich an einer Hand voll brauchbarer Songs. Das ist wahrlich keine Super-Ausbeute, aber besser als nichts.

Anspieltipps:

  • Broken
  • Disarray
  • Easier to be
  • Whatever it takes
  • Learn you inside out
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