Falco - Einzelhaft (25th Anniversary Edition) - Cover
Große Ansicht

Falco Einzelhaft (25th Anniversary Edition)


  • Label: Ariola/SonyBMG
  • Laufzeit: 85 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Debütalbum ist immer etwas ganz Besonderes. Häufig zeigt es einen Künstler von seiner ursprünglichen, unverfälschten Seite. Erfolgsdruck ist ein Fremdwort und doch entscheidet das Werk heute noch mehr als vor 25 Jahren über den weiteren Verlauf einer Karriere. Für den Hörer wird es später nie wieder so aufregend sein wie damals, als er das Debütwerk eines noch unbekannten Newcomers für sich entdecken durfte und schon mit der zweiten Platte besteht die Gefahr zu enttäuschen.

Entsprechend frisch und unbeschwert machte sich im Jahr 1981 ein gewisser Johann Hölzel alias Falco aus Wien in Österreich auf, den Pop-Himmel zu erobern. Zusammen mit Robert Ponger (Produzent und Komponist), der das Talent des damals 25jährigen Bassisten der Anarcho-Gruppe Drahdiwaberl entdeckte, schuf er zwei Alben, die zu den besseren in der wechselhaften Karriere des stets als arrogant und unnahbar geltenden Österreichers zählen: „Einzelhaft“ (1982) und „Junge Römer“ (1984).

„Einzelhaft“ erschien im Juni des Jahres 1982, nachdem Falco bereits mit der Single „Der Kommissar“ weltweit Erfolge feiern und einen neuartigen Gesangsstil in Europa etablieren konnte, der an den US-amerikanischen Rap erinnerte. Die Verkaufszahlen gingen in die Millionen und machten aus einem ehemaligen Tanzkapellenmitglied einen gefeierten Popstar, der ein Jahr lang, bis zur völligen Erschöpfung auf Promotionreise geschickt wurde. Mit der zeitgleich stattfindenden Neuen Deutsche Welle hatte Falco übrigens nie etwas zu tun, weshalb er zu den wenigen deutschsprachigen Acts zählt, die diese Phase künstlerisch und kommerziell überlebt haben. Denn nach „Der Kommissar“ folgten noch weitere Hits. Der größte war ganz eindeutig „Rock me Amadeus“ (1985), mit dem Falco auf der ganzen Welt wochenlang die Nummer eins war.

Nach Falcos überraschendem Tod (er starb bei einem bizarren Verkehrsunfall in der Dominikanischen Republik am 6. Februar 1998), gab ihm das amerikanische Rolling Stone Magazine den Titel „Two Hit Wonder“. Das mag auf die USA bezogen stimmen, wird dem Künstler Falco, der auch von diversen Flops gebeutelt wurde, bei mehr als 60 Millionen verkauften Tonträgern allerdings nicht gerecht. Angebrachter ist da schon die jetzt veröffentlichte Jubiläumsausgabe von „Einzelhaft“, die in edel aufgemachter Optik als remastertes Album plus Bonus-CD mit zwei zusätzlichen Stücken (der gelungene „Anniversary Mix 2007“ von „Nie mehr Schule“ und „That Scene“, die rare englische Version von „Ganz Wien“) vorgelegt wird. Dazu gibt es ein mehr als 30 Minuten langes, hochinteressantes Interview mit Falco aus dem Jahr 1993, ein ausführliches Booklet mit allen Texten sowie Kommentare von Produzent Robert Ponger und dem Journalisten Norbert Ivanek. Damit avanciert das Doppelalbum zu Sammlerstück für Fans bzw. dient als Geschichtsunterricht für junge Römer, äh, Entdecker.

Anspieltipps:

  • Einzelhaft
  • Zuviel Hitze
  • Der Kommissar
  • Nie mehr Schule (Remix)
Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Falco“
comments powered by Disqus