Rubik - Bad Conscience Patrol - Cover
Große Ansicht

Rubik Bad Conscience Patrol


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal muss man einfach glauben, was einem als Information vorgesetzt wird. Zum Beispiel, dass die finnische Band Rubik, benannt nach dem Erfinder des sogenannten „Zauberwürfels“, in ihrer Heimat zurzeit zu den beliebtesten Music-Acts gehört und dass ihr mit ihrem Debütalbum „Bad Conscience Patrol“ ein Top-10-Hit gelang.

Gut, irgendwie ließe sich das bestimmt nachprüfen, auch wenn man des Finnischen nicht mächtig ist, aber der Aufwand muss ja nicht unbedingt sein. Denn der in Finnland bereits vor vier Monaten veröffentlichte Longplayer von Artturi Taira (Gesang, Keyboards), Arvi Haus (Bass), Samuli Pöyhönen (Gitarre, Keyboards), Lauri Hiekkala (Gitarre) und Sampsa Väätäinen (Schlagzeug) überzeugt auch so. Und zur Not haben wir ja noch die Infos der Plattenfirma, die uns mit auf den Weg gibt, dass Rubik in eine Schublade mit Elbow, Mew, dEUS und Radiohead gehören. Oder sagen wir einfach, dass das finnische Indie-Quintett wie Coldplay minus Pathos-Piano klingt und deutlich mehr Dampf unter der Haube hat.

„Bad Conscience Patrol“ ist ein Album, in das sich der Hörer reinlegen muss. Denn trotz wunderbarer Wohlfühlmelodien („The interventionist“) und mitunter recht pathetischem Gesang aus der BritPop-Abteilung („City & the streets“), beginnen Rubik den Reigen mit frickeligem Prog-Gerüsten, fiependen Keyboards und krachenden Gitarren („Sleeps a friendly stranger“). Ein Schauspiel, das sich noch mehrmals wiederholen soll („Buildings“, „Bill Withers“). Das erlaubt durchaus einen Vergleich mit den Kollegen von Muse, der aber bei einem Stück wie „A hard try“ schnurstracks in eine ganz andere Richtung ausflankt und irgendwo in den frühen Neunzigern ankommt, als die jungen Smashing Pumpkins den Alternative Rock revolutionierten.

So baut sich Stück für Stück ein äußerst facettenreiches Album vor dem Hörer auf, das die besten Zutaten der Rockmusik aus den 90er Jahren in sich vereint und in die Mitte der 00-Jahre transportiert, ohne altmodisch zu wirken. Rubik verbasteln dabei die eine oder andere Verschrobenheit, wie man sie von Finnen einfach erwartet („Hinges“) und huldigen den Noise-Pop mit progressiven Schmuckstücken („Why don’t you let it happen“). So wird Spannung aufgebaut und gehalten und „Bad Conscience Patrol“ auch nach dem x-ten Durchgang nicht langweilig.

Anspieltipps:

  • A hard try
  • City & the streets
  • The interventionist
  • Sleeps a friendly stranger
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Rubik“
comments powered by Disqus