Sweatmaster - Animal - Cover
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Sweatmaster Animal


  • Label: Fullstream/Rough Trade
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sweatmaster sind drei Finnen aus dem Örtchen Turku, die seit 1998 gemeinsam musizieren. Seitdem haben Sasu Mykkänen (Gesang, Bass), Mikko Luukko (Gitarre) und Matti Kallio (Schlagzeug) den Rock’n’Roll-Underground ihrer Heimat ganz schön aufgewühlt und über das dänische Kult-Label Bad Afro Records (u.a. Turbonegro) zwei Longplayer („Sharp Cut“, 2001 und „Tom Tom Bullet“, 2005) sowie eine EP mit sechs Coverversionen namens „Song With No Words“ (2004) veröffentlicht, die allesamt dankbar von der Szene und der Kritik aufgenommen wurden. So wurden die Platten nicht nur von der finnischen Presse munter abgefeiert, auch das restliche Nordeuropa inkl. Deutschland registrierte das Talent von Sweatmaster, ultra-coole Riffs und fette Hooks, verbunden mit feinen Melodien, zu schreiben.

Der Sweatmaster-Sound pendelte sich in der Vergangenheit irgendwo zwischen MC5, Motörhead, Danko Jones, The Hives und den Hellacopters ein – allerdings ohne einen vergleichbaren kommerziellen Erfolg zu erreichen. Wahrscheinlich aus diesem Grund gehen die Bandmitglieder weiterhin geregelten Berufen (Bibliothekar, Grafikdesigner) nach, was wohl auch die langen Abstände zwischen den Alben erklärt. Mit „Animal“ ist nämlich erst jetzt, gut zehn Jahre nach dem Karrierestart, das dritte Studioalbum auf den Markt gekommen, das sich wie gewohnt als bissiges Riffmonster herausstellt, aber den ursprünglichen Klangkosmos um ein paar neue Facetten erweitert und die brüchige Schweden-Rock-Kruste, auf der Sweatmaster auf den vorangegangenen Werken unter Umständen etwas zu sehr herumritten, endgültig absprengt.

Das neue Werk, „Animal“, kommt nicht mehr über Bad Afro Records heraus, sondern wird durch die finnische Talentschmiede Fullstream Records in die Läden gebracht (in Finnland bereits Anfang April). Doch Label hin oder her, am Ende zählt ausschließlich die Leistung der Band. Und die kann sich auch heuer sehen lassen. Verpackt in neue Einflüsse aus der Richtung Queens Of The Stone Age („Cut up in half“) und The White Stripes („In Limbo”) feuert das Trio ein Dutzend relativ simple Riffrocker ab, welche echten Rock’n’Roller ein debiles Lächeln auf die Lippen zaubern werden. Länger als drei Minuten pro Song brauchen die Finnen dafür selten. Selbst die 2-Minuten-Marke wird das eine oder andere Mal unterboten – ein gutes Zeichen für treibenden Rock, der ohne Umschweife auf den Punkt kommt und unnötigen Ballast einfach weglässt. Den größten Spaßbrocken lassen Sweatmaster dabei ziemlich am Anfang frei, wenn sie beim Titelsong scheinbar zufällig Elton Johns „Saturday night’s alright for fighting“ zitieren. Aber genauso klingt „Animal“ fast die ganze Zeit: Nach Samstag-Nacht-Partylaune und einer guten Portion positiver Aggression. Ein tierischer Spaß.

Anspieltipps:

  • Animal
  • In Limbo
  • Down to size
  • Call me satan, let me in
  • Everybody thinks they know you’ve got a broken heart
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