Curtis Stigers - Real Emotional - Cover
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Curtis Stigers Real Emotional


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Stigers‘ Konzept mit renommierten Künstlern zusammenzuarbeiten, beweist sich einmal mehr als Volltreffer

Es gibt sie immer noch, diese alten Heroes die einfach nicht klein zu kriegen sind. Curtis Stigers zählt fraglos zu ihnen, was er nun aktuell mit seinem mittlerweile achten Studioalbum wieder unter Beweis stellt. Als er 1991, damals noch bei Atlantic unter Vertrag stehend, sein erstes Album veröffentlichte klang alles noch sehr nach Pop – obgleich offensichtlich äußerst einprägsam: Neben Platz 1 der Billboardcharts, 1,5 Millionen verkaufter Platten und ungezählten Auszeichnungen war dies sogleich Debüt wie auch Durchbruch.

Anfang der 90er Jahre fand ein geringfügiger Sinneswandel statt: Curtis wechselte zu Concord und besann sich auf die Musik seiner Jugend – Singer-Songwriter-Jazz erster Güte unter Zuhilfenahme bekannter Größen aus Blues, Rock und Pop. Diesem Konzept bleibt Stigers auch bei seinem neuesten Werk „Real Emotional“ treu und holt sich prominente Verstärkung mit ins Boot: Die ansehnliche Liste beginnt bei Altmeister Bob Dylan und Emmylou Harris, wird von Tom Waits und Paul Simon fortgesetzt und endet bei Larry Goldings und Randy Newman. Insgesamt eigentlich beste Voraussetzungen für ein Jazz-Album der Extraklasse.

Diesen Anspruch kann Curtis auch von der ersten Sekunde vollkommen gerecht werden. Die Bob Dylan-Nummer „I’ll Be Your Baby Tonight“ macht richtig Laune, geht sofort ins Ohr und beweist direkt zu Anfang, dass Curtis Stigers zum einen ein richtig guter Saxophonist ist- aber ein noch besserer Jazz-Vokalist. Diese Stimme macht richtig Laune. „I Don’t Wanna Talk About It Now“ beweist unter anderem, dass Curtis auch richtig gute Musiker um sich versammelt. Produzent Larry Goldings zeigt, was er an der Hammond-Orgel draufhat und schafft hier einen richtig ansprechenden Groove den Stigers sehr smooth mit dem Saxophon begleitet. Die „San Diego Serenade“ ist etwas ruhiger, schafft aber eine richtig schöne Atmosphäre.

Auch die Nummern die aus Curtis‘ eigener Feder stammen („Only Wanna Be With You“, „A Woman Just Like You“ und „I Need You“) wissen wie das gesamte Album auf Anhieb zu überzeugen. Gerade dieser Mix aus Input von Außen und den eigenen Tracks macht die Scheibe ziemlich stark und fabriziert einige Überraschungen, die den Hörer beim ersten Durchspielen kaum den Entschluss treffen lässt, die Anlage auszuschalten. Unterm Strich kann man sich schenken, Stück für Stück dieser Platte zu besprechen. Es gibt einfach keine schwächeren oder stärkeren Stücke. Selten kommt ein Album so ausgeglichen daher und ist qualitativ zugleich so stark.

Abschließend kann man somit nicht viel mehr sagen, außer dass dies für Jazzer auf jeden Fall ein Volltreffer sein dürfte. Stigers‘ Konzept mit renommierten Künstlern zusammenzuarbeiten, beweist sich einmal mehr als Volltreffer – dieses Album hat einfach Klasse.

Anspieltipps:

  • I’ll Be Your Baby
  • I Don’t Wanna Talk About It Now
  • San Diego Serenade
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