Manowar - Gods Of War: Live - Cover
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Manowar Gods Of War: Live


  • Label: Magic Circle/SPV
  • Laufzeit: 114 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit diesem Programm machen Manowar über weite Strecken wieder gut, was sie vor ein paar Monaten mit ihrem kitschigen Hörspiel angerichtet haben.

Noch immer läuft dem Rezensenten ein eiskalter Schauer den Rücken herunter, wenn er an das aktuelle Manowar-Studioalbum „Gods Of War” (02/2007) denkt. Das in Fachkreisen inzwischen als „Hörspiel-Metal mit falschem Orchester“ verspottete Werk stellte sich nach ewig-langer Wartezeit und vollmundigen Versprechungen der Band als ganz böser Rohrkrepierer heraus. Kontroverse Diskussionen wie bei „St. Anger“ von Metallica kamen gar nicht erst auf. Denn bis auf ein paar wenige Die-Hard-Fans mit extra großen Scheuklappen hat dieses Machwerk absolut niemand ernst genommen.

Dass Kritik an Manowar scheinbar spurlos abperlt, zeigt keine fünf Monate nach dem „Gods Of War“-Desaster die Live-Darbietung der Odin-Operette auf Doppel-CD. Als Mitschnitt der „Demons, Dragons & Warriors World Tour 2007“ kommen insgesamt 22 Tracks, darunter diverse Klassiker und Raritäten sowie die komischen Kriegsballaden aus Walhalla, zum Zuge. Da freut sich der echte True-Metal-Drachentöter. Und zwar besonders der aus Deutschland. Denn hier haben die ledernen Axtschwinger DeMaio, Adams, Logan und Columbus seit jeher die treuesten Fans. Kein Wunder, dass „Gods Of War: Live“ auch während der Deutschland-Tournee aufgenommen wurde.

„Other Bands play, Manowar kill!“ – schon klar, wissen wir und wollen wir den Jungs auch gar nicht absprechen. Denn live on Stage legt das Quartett noch immer ein ordentliches Pfund auf die Bretter. Beweise dafür liefern die mit einem 100-Mann-Tross und einem Wikingerschiff als Bühnendesign tourenden Metal-Krieger schon zu Beginn des Doppelalbums ab. Wie eine wildgewordene Planierraupe bollern Manowar durch Hits und Fan-Favoriten wie „Manowar“, „Call to arms“, „Gloves of metal“, „Die for metal“ und „Each dawn I die“. Holla, die Metal-Fee! Das macht richtig Laune, wobei besonders die schneidenden Gitarrensoli von Karl Logan jedem Wikingerdampfer das Dichtungsmittel aus den Ritzen schaben. Und dass Eric Adams gesanglich eine glatt eins ist, muss eh nicht mehr erwähnt werden.

Ganz klar, mit diesem Programm machen Manowar über weite Strecken wieder gut, was sie vor ein paar Monaten mit ihrem kitschigen Hörspiel angerichtet haben. Dieses wurde zwar ausführlich in das Set eingebaut und macht ca. ein Drittel der Spielzeit aus, wirkt aber nicht ganz so langatmig wie aus der Konserve. Trotzdem stelle „Gods Of War“ für sich betrachtet immer noch eine unsägliche Schlaftablette dar. Auf der Bühne gab es dafür wenigstens ein paar schwertkämpfende Krieger zu sehen, während aus den Boxen das Odin- und Walhalla-Blabla dröhnt. Fast wie bei Andrew Lloyd Webber.

Anspieltipps:

  • Mountains
  • Die for metal
  • Kings of metal
  • Each dawn I die
  • The gods made heavy metal
  • Worriors of the world united
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