Bad Religion - New Maps Of Hell - Cover
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Bad Religion New Maps Of Hell


  • Label: Epitaph/SPV
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Tempo ist wie von Bad Religion gewohnt sehr hoch und nach 16 Songs bzw. 36 Minuten ist der Spuk, äh, Spaß auch schon wieder vorbei.

Kaum zu glauben, aber wahr: Seit 27 Jahren werden die Punkrockfans auf unserem Globus im Schnitt alle 23 Monate mit einem neuen Studioalbum von Bad Religion beglückt – und die Herren aus Los Angeles klingen auch auf ihrer 14. Platte kein bisschen leise, geschweige denn alt. Nein, „New Maps Of Hell“ ist vielmehr das aggressivste und frischeste Werk des unermüdlichen Punkrocksextetts, das unzählige Bands beeinflusst hat und noch immer beeinflusst.

Dabei haben Dr. Greg Graffin (Gesang, Texte), Brett Gurewitz (Gitarre), Jay Bentley (Bass), Greg Hetson (Gitarre), Brian Baker (Gitarre) und Brooks Wackermann (Schlagzeug) ihren Stil nie groß variiert. Gestern wie heute erkennt der Hörer einen Bad-Religion-Song spätestens nach einer halben Minuten. Eine bessere Markenzeichenpflege gibt es wohl kaum – selbst als die Band Mitte der 90er Jahre eine Phase hatte, als viele jüngere Punkrockhörer nichts von ihr wissen wollten und aufregenden Newcomern wie Green Day den Vorzug gaben.

Die intelligenten Texte von Universitätsdozent Greg Graffin malen wie eh und je den Teufel an die Wand und prangern Amerika in allen Facetten an. Denn Themen gibt es in Hülle und Fülle. Da braucht es keinen Irak-Krieg und debile Präsidenten. Und so scheint „New Maps Of Hell“ eine inhaltliche Fortsetzung von „The Empire Strikes First“ (2004), „The Process Of Believe” (2002) und „The New America” (2000) zu sein, während es musikalisch unter der Ägide von Produzent Joe Barresi (Queens Of The Stone Age, Fu Manchu, Powerman 5000, Pennywise) zumindest in Ansätzen zurück zu den Wurzeln des kalifornischen Garagen-Punk geht.

Will heißen, dass sich unter die treibenden Punkhymnen mit den großen, poppigen Refrains („Grains of wrath“, „Prodigal son“, „Before you die“, „Lost pilgrim“) diesmal ungewöhnlich raue Stücke wie „52 seconds“, „Heroes & Martyrs“ und „Murder“ sowie das überraschende (ein Wort, das im Zusammenhang mit Bad-Religion-Platten noch nie vorgekommen ist), an Weezer (!) gemahnende „Honest goodbye“ gemischt haben. Das Tempo ist wie von Bad Religion gewohnt sehr hoch und nach 16 Songs bzw. 36 Minuten ist der Spuk, äh, Spaß auch schon wieder vorbei. Und doch macht „New Maps Of Hell“ am Ende entschieden mehr Laune als der drei Jahre alte Vorgänger. Hat sich also gelohnt, die eigenen Wurzeln zu streifen und den Blick nach vorne nicht zu verlieren.

Anspieltipps:

  • Prodigal son
  • Before you die
  • New dark ages
  • Honest goodbye
  • Grains of wrath
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