Social Distortion - Greatest Hits - Cover
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Social Distortion Greatest Hits


  • Label: Epitaph/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

1967 war der Sommer der Liebe. Vierzig Jahre später haben wir den Sommer der „Best Of“- und „Greatest Hits“-Platten. Warum sollte die Plattenindustrie auch bis Weihnachten warten? Immer raus mit dem Zeug, lautet die Devise. Egal ob es Sinn macht oder nicht.

Die Sinnfrage lässt sich zum Beispiel auch bei der vorliegenden „Greatest Hits“-CD der genialen Orange-County-Punkrocker Social Distortion um Frontmann und einzigem Ur-Mitglied Mike Ness stellen. Denn Hits im Sinne von erfolgreichen Singleauskopplungen sucht man bei der 1979 gegründeten Band vergeblich. Hits in Verbindung mit herausragenden Songs finden sich dagegen zahlreich im Backkatalog der zeitweise beim Branchenriesen SonyMusic unter Vertrag gestandenen Kultgruppe.

Und damit wäre auch schon die Krux dieser Veröffentlichung gefunden. Denn „Greatest Hits“ enthält lediglich ein Dutzend Songs (darunter sogar ein nagelneuer!), womit der Anspruch auf Vollständig nicht mal annähernd erfüllt werden kann. Es kann bei dieser Platte also nur darum gehen, die lange Karriere der kalifornischen Punkrockpioniere kurz zu streifen und etwaigen Newcomern in Sachen Social Distortion einen kompakten Einblick in das Schaffen zu ermöglichen. Und wenn es am Ende gefällt, ist der Appetit auf das angekündigte Comebackalbum umso größer. Wirklich negativ ist allerdings die lieblose Aufmachung, die billig und schnell zusammengeschustert wirkt. Das mag zwar zum rauen Charme der frühen Social-Distortion-Kracher wie „Another state of mind“ und „Mommy’s little monster“ passen, dient aber nicht als Entschuldigung.

Wenn es darum geht, eingängige Songs mit leichtem Countryeinschlag im gemäßigtem Punkrockmantel zu schreiben, können Social Distortion gleich mehrere Musterbeispiele vorlegen, die sich allesamt auf höchstem Ohrwurmniveau bewegen. Man höre nur „Story of my life”, „Prison bound”, „Ball and chain” und natürlich das Johnny-Cash-Cover „Ring of fire”. Nahtlos einreihen kann sich auch das neue Stück „Far behind“, das exklusiv für diesen Sampler geschrieben wurde, der durch Abzüge in der B-Note (Songzusammenstellung, Aufmachung) gerade noch mit „gut“ bewertet werden kann. Die Musik allein hätte sich zwar glatte acht Punkte verdient, aber der Kunde kauft ja auch das Drumherum. Und das hat leider nur Zweitliganiveau.

Anspieltipps:

  • Ring of fire
  • Prison bound
  • Far behind
  • Story of my life
  • When the angels sing
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