Mark Ronson - Version - Cover
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Mark Ronson Version


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein vor allem in England recht bekannter Produzent, Remixer und DJ namens Mark Ronson veröffentlicht nun schon sein zweites Album und singt wieder keine Silbe darauf. Seine Arrangements wussten schon Robbie Williams, Amy Winehouse und Wutang-Mitglied Ghostface Killah zu schätzen, um nur einen Auszug seines Schaffens zu präsentieren. Auf dem vorliegenden Werk schnappt sich der smarte Brite einfach einige Songs der Kollegen und lässt diese unter anderem von Gastsängern wie Robbie Williams, Amy Winehouse, Lily Allen und Kasabian covern, die Arrangements schuf aber selbstverständlich er.

Die einzigen selbst geschriebenen Songs sind „Inversion“, „Diversion“ und „Outversion“, die instrumental daherkommen, aber nicht wirklich überzeugen. Sicher schafft Mark Ronson in den Coverversionen den Spagat zwischen Original nicht völlig verschwinden zu lassen und einfach einen ungewöhnlichen, tanzbaren Sound überzustülpen, doch ist es halt trotzdem fremdes Material. Die Vorliebe für Bläsereinsätze, sprich Trompeten, ist unüberhörbar und durch die Häufigkeit des Hineinmischens verliert dieses Element an Originalität. Trotzdem besitzen eben diese Versionen ihren Charme und lassen manches Original fast verblassen.

„Stop me“ mit dem Australier Daniel Merriweather, der schon auf Ronsons Debüt einen Beitrag beisteuerte, drückt dem ursprünglich von The Smiths komponierten Song seinen Soul-Stempel auf, die durch das flotte Arrangement von Herrn Ronson eine tanzbare und ohrwurmartige Perle entstehen lässt. Diese musikalische Frischzellenkur, die das gute Original wirklich veredelt und modernisiert, scheint die Spezialität des Briten zu sein. Ein bisschen altmodisch klingen die Beats wohl mit Absicht, denn Motown-Klänge, wie sie Amy Winehouse immer performen kann, findet man in allen Kompositionen Mark Ronsons. Einen gewissen Retrocharme der 60 und 70er Jahre, die er ziemlich geschickt mit modernen Elementen mischt, ist wohl Mark Ronsons Geheimrezept. Besonders hervorzuheben ist der erwähnte Cover-Beitrag „Valerie“ von Amy Winehouse, die eine unvergleichlich schwarze Stimme ihr Eigen nennt und viel Intensität ausstrahlt.

Robbie Williams geht eher etwas unter, denn Lily Allens gewohnt entspannte Performance bei „Oh my God“ überzeugt ebenso wie das ziemlich umgestaltete „Toxic“ von Britney Spears bzw. ihren Songschreibern.

Der Longplayer geizt nicht mit Dancefloorfüllern, doch einige Versionen wie der Coldplay-Track „God put a smile upon your face“ entfernen sich meilenweit vom Original und das klingt nicht so toll, sondern eher fremd. Auf der Platte sind jede Menge tanzbare Lieder, bei denen sich Herr Ronson viel Mühe gegeben hat. Auch die schon erwähnten Eigenproduktionen kommen über einen Lückenfüllerstatus nicht hinaus und wirklich neu und originell ist das Konzept mit den Coverversionen nun wirklich nicht.

Einige Highlights wie eben „Stop me“ können nicht das gesamte Album in der Bewertung hochschrauben, obwohl Mark Ronson sicher weiterhin als Produzent gute CDs für andere Künstler herstellen wird, denn musikalische Qualitäten und Ideen hat der Mann, die aber auf einem eigenen Album mit verschiedenen Musikern nicht so zünden.

Anspieltipps:

  • Oh my God
  • Stop me
  • Toxic
  • Valerie
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