D´Espairs Ray - Mirror - Cover
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D´Espairs Ray Mirror


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

D’espairs Ray gehören neben Dir En Grey wohl zu den erfolgreichsten japanischen Bands, die auch in der internationalen Musikküche recht erfolgreich kochen. Vor allem in Deutschland spielen sie in vollgepackten Venues, sogar ein Auftritt auf der altehrwürdiger Metal-Trutzburg, dem „Wacken Open Air“, war 2006 drin. Auch das Debüt „“, das im selben Jahr erschien, verkaufte sich ziemlich gut. Da ist es kein Wunder, dass sich die vier dunkelgewandeten Gestalten beeilten, um möglichst bald den Nachfolger herauszuhauen. So dauerte es nicht einmal anderthalb Jahre, bis „Mirror“ fertig stellt war und nun in Europa als Special Edition mit einem Bonus-Track erscheint.

Musikalisch geht es da weiter, wo es mit „“ aufgehört hat. Ausgefeilte, manchmal poppige Melodien treffen auf harte Gitarrenriffs und viele Industrialelemente. Fast schade: Obwohl Fronter Hizumi noch oft herumgekreischt und die Gitarren teilweise so übertrieben overdriven sind, dass die gebeutelten Boxen des Erschaffers dieser Zeilen schwer zu kämpfen haben, ist die ehemalige Verrücktheit ein wenig verloren gegangen. Die japanischen Freaks sind einfach ein wenig erwachsener und somit ein wenig eingängiger und geradliniger geworden. Schlechter als früher sind D’Espairs Ray dabei aber bei weitem nicht, im Gegenteil, die Hitdichte ist erfreulich hoch.

Gleich das noisige „Damned“ und die mitreißende Gothic Rock-Nummer „Trickstar“ bieten einen hervorragenden Einstand. Deutliche Anleihen an Marylin Manson lassen sich bei „Sixty Nine“ finden, ihre Eigenständigkeit beweisen D’Espairs Ray dann aber beim Break, der einen sehr harten Moshpit-Part einleitet. Die Industrial-Einflüsse lassen sich besonders schön bei Songs wie „Mirror“ oder „Kogeru yoru ni saita hana“ heraushören. Letzteres hat durch seine Synthies und die poppige Melodie sogar ein gewisses New Wave-Feeling. Strange wird es auch bei „Hollow“, dass als bodenständiger Rocker beginnt, dann aber mit „Lalala“-Kindermelodien und fiependen Gitarrensoli immer abgedrehter wird. Bei allen Nummern kann Fronter Hizumi absolut überzeugen, dieser Mann beherrscht vom entrückten Gebrüll bis zum sanften Ohrenschmeichler jede Facette des Gesangs.

Den positiven Gesamteindruck etwas hinunter ziehen nur die beiden Nummern „Screen“ und „Squall“. Ersteres verläuft schleppend, bietet keinen wirklichen Höhepunkt und kommt auch sonst sehr blutarm daher. Noch deutlicher fällt das schmusige „Squall“ ab, das mit ideenloser Melodie und Kaugummi-Gitarren einfach nur langweilt. Der brutale Bonus Track „Desert“ kann dieses Manko gerade noch ausgleichen. Trotzdem ist „Mirror“ ein Album, das sich weit über dem Durchschnitt bewegt und der Band noch einiges an Erfolgen bescheren wird.

Anspieltipps:

  • Damned
  • Sixty Nine
  • Mirror
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